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2. Oktober 202610 Min.

MPU in der Probezeit: Ab wann sie droht, Stufe für Stufe

Du hast in der Probezeit Post von der Führerscheinstelle bekommen und fragst dich, ob jetzt die MPU kommt. Die kurze Antwort: Ein einzelner Verstoß führt in der Regel nicht direkt zur MPU, aber der Weg dorthin kann kurz sein. Entscheidend ist, auf welcher Stufe du stehst und ob dir der Führerschein schon einmal entzogen wurde. Hier erkennst du an deinem Brief, wo du stehst, was als Nächstes kommt und ob sich deine Probezeit verlängert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein erster Verstoß in der Probezeit führt in der Regel nicht direkt zur MPU. Das Gesetz sieht drei Stufen vor: Aufbauseminar, Verwarnung mit Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung, Entzug.

  • Die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre, sobald die Behörde das Aufbauseminar anordnet. Die Verwarnung verlängert sie nicht.

  • Schon in der Probezeit kann die Behörde eine MPU verlangen, wenn die Verstöße für sich Zweifel an deiner Eignung begründen.

  • Wer nach einem Entzug den Führerschein zurückbekommt, fährt die restliche Probezeit ohne Stufen. Ein schwerwiegender Verstoß führt dann in der Regel direkt zur MPU.

  • Alkohol, Cannabis und andere Drogen sind ein eigener Weg zur MPU, unabhängig von den Probezeit-Stufen.

  • Auf die Fahrerlaubnis zu verzichten schützt nicht: Seminar und Verlängerung holen dich bei der Neuerteilung wieder ein.

Der erste Schritt ist keine Prüfung

Im kostenlosen Erstgespräch klopfen wir ein paar Eckdaten ab und vereinbaren den Termin für das Kennenlerngespräch. Wenn dir der Anruf schwerfällt, schreib uns per WhatsApp. Du musst am Telefon nichts erzählen, was du noch nicht erzählen willst.

Warum ist die Probezeit so streng?

Die Probezeit ist streng, weil das Gesetz für Fahranfänger einen eigenen Maßstab setzt. Wer den Führerschein zum ersten Mal bekommt, fährt ihn zwei Jahre lang auf Probe, so steht es in § 2a des Straßenverkehrsgesetzes. In dieser Zeit reagiert die Fahrerlaubnisbehörde schon auf einen einzelnen schwerwiegenden Verstoß mit einer eigenen Maßnahme.

Für Fahranfänger laufen deshalb zwei Systeme nebeneinander: die Probezeit mit ihren drei Stufen Aufbauseminar, Verwarnung und Entzug, und das Fahreignungs-Bewertungssystem mit den Punkten in Flensburg, das für alle Fahrer gilt. Ein eingetragener Verstoß zählt in beiden. Wer in der Probezeit mit einem eingetragenen Tempoverstoß auffällt, bekommt Punkte und rückt zugleich auf der Probezeit-Leiter eine Stufe nach oben. Bis zum Entzug über das Punktesystem braucht es acht Punkte, die Probezeit setzt also früher an.

Alle Anlässe für eine MPU erklären die Ratgeber rund um die MPU.

Welcher Brief, welche Stufe?

Gleich deinen Brief der Führerscheinstelle mit der ersten Spalte ab, die Zeile zeigt, was als Nächstes kommt.

BriefAuslöserWas angeordnet wird
Anordnung Aufbauseminar mit Frist1 A-Verstoß oder 2 B-VerstößeAufbauseminar
Anordnung besonderes AufbauseminarVerstoß mit Alkohol oder Drogenbesonderes Aufbauseminar
Schriftliche Verwarnungnach dem Seminar erneut 1 A oder 2 BBeratung empfohlen, nicht angeordnet
Entziehung, dritte Stufenach Ablauf von zwei Monaten erneut 1 A oder 2 BEntzug, Neuerteilung frühestens nach drei Monaten
Entziehung wegen versäumten SeminarsSeminarfrist verpasstEntzug
Anordnung eines Gutachtens in der ProbezeitVerstöße begründen schon EignungszweifelMPU, danach Seminar, falls noch keins besucht
Anordnung eines Gutachtens in der Restprobezeitnach Neuerteilung erneut 1 A oder 2 BMPU

Welche Folge hat der Brief für Probezeit und MPU?

BriefFolge für die ProbezeitMPU-Bezug
Anordnung Aufbauseminar mit Fristplus zwei Jahrenein, außer bei anderem MPU-Anlass
Anordnung besonderes Aufbauseminarplus zwei Jahremöglich, nach den Regeln zu Alkohol oder Drogen
Schriftliche Verwarnungkeine weitere Verlängerungnein, außer bei anderem MPU-Anlass
Entziehung, dritte Stufeendet, Rest läuft mit neuer Fahrerlaubnisbei Neuerteilung möglich, nicht vorgeschrieben
Entziehung wegen versäumten Seminarsendet, Rest läuft mit neuer Fahrerlaubnisnein, außer bei anderem MPU-Anlass
Anordnung eines Gutachtens in der Probezeitdie MPU-Anordnung selbst verlängert nichtja, Ermessen
Anordnung eines Gutachtens in der Restprobezeitkeine Stufen mehrin der Regel ja

Rechtsgrundlage der drei Stufen: § 2a Absatz 2 Satz 1 StVG. Voraussetzung ist eine rechtskräftige Verurteilung oder Bußgeldentscheidung wegen eines Verkehrsverstoßes, den du in der Probezeit begangen hast und der ins Fahreignungsregister eingetragen wird. Die Maßnahmen kommen auch nach Ablauf der Probezeit, wenn die Tat in der Probezeit lag. Andere MPU-Anlässe: etwa Alkohol, Drogen, acht Punkte.

A-Verstoß oder B-Verstoß?

Ein A-Verstoß ist eine schwerwiegende Zuwiderhandlung, ein B-Verstoß eine weniger schwerwiegende. Welche Tat in welche Gruppe gehört, legt Anlage 12 der Fahrerlaubnis-Verordnung fest. Für die erste Stufe genügt ein A-Verstoß, bei B-Verstößen ergeben erst zwei zusammen eine Stufe. Zweimal geblitzt heißt nicht automatisch zwei Stufen: Tempoverstöße sind A-Verstöße, schon der erste eingetragene führt zum Seminar, und die zweite Stufe zählt nur Verstöße nach der Teilnahme am Seminar. Eine km/h-Grenze nennt die Anlage nicht.

Als A-Verstöße nennt die Anlage unter anderem: zu schnell gefahren, zu dicht aufgefahren, falsch überholt, Vorfahrt missachtet, bei Rot über die Ampel, Handy am Steuer. Ebenfalls schwerwiegend ist jeder Verstoß gegen das Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger, dazu beim Begleiteten Fahren ab 17 das Fahren ohne Begleitung. Daneben führt die Anlage einzelne Verkehrsstraftaten auf, etwa unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. B-Verstöße sind die übrigen eingetragenen Ordnungswidrigkeiten und sonstige Verkehrsstraftaten, etwa Kennzeichenmissbrauch.

Maßgeblich ist der Tag des Verstoßes, nicht der Tag des Bescheids. Die Fahrerlaubnisbehörde prüft den Vorwurf auch nicht neu, sie ist an die rechtskräftige Entscheidung gebunden. Wer ihn bestreiten will, muss das im Bußgeld- oder Strafverfahren tun, am besten mit einem Anwalt für Verkehrsrecht.

Wann wird aus einem Verstoß eine MPU?

Über die Probezeit-Stufen führt der Weg zur MPU in fünf Schritten. Die MPU kommt über die Stufen allein erst am Ende, die Behörde kann sie bei Zweifeln an deiner Eignung aber auch früher verlangen. Jede Stufe ist deshalb der richtige Zeitpunkt, die Ursachen anzugehen.

Erster eingetragener Verstoß.

Ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße führen zum Aufbauseminar mit Frist. Was du noch beeinflussen kannst: die Frist einhalten und deine Fahrweise ehrlich anschauen.

Weiterer Verstoß nach dem Seminar.

Es folgt die schriftliche Verwarnung mit der Empfehlung einer Beratung. Was du beeinflussen kannst: die Ursachen jetzt angehen. Ein weiterer A-Verstoß oder zwei B-Verstöße nach Ablauf von zwei Monaten seit der Verwarnung führen zum Entzug.

Weiterer Verstoß nach Ablauf der zwei Monate seit der Verwarnung.

Die Fahrerlaubnisbehörde entzieht die Fahrerlaubnis. Was du beeinflussen kannst: den Führerschein sofort abgeben, weil die Wartezeit erst mit der Abgabe beginnt.

Neue Fahrerlaubnis.

Frühestens drei Monate nach der Abgabe, der Rest der Probezeit läuft weiter. Was du beeinflussen kannst: den Antrag früh stellen.

Erneuter Verstoß in der Restprobezeit.

Stufen gibt es keine mehr, die Behörde ordnet in der Regel die MPU an. Was du beeinflussen kannst: eine Strategie, die schon vor der neuen Fahrerlaubnis steht.

Alkohol oder Drogen führen außerdem auf eigenem Weg zur MPU.

Wird meine Probezeit verlängert?

Ja, die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre, und zwar in dem Moment, in dem die Fahrerlaubnisbehörde das Aufbauseminar anordnet. So bestimmt es § 2a Absatz 2a Satz 1 StVG. Bei einer regulär begonnenen Probezeit ergibt das insgesamt vier Jahre.

Auslöser ist die Anordnung, nicht der Verstoß. Der Bußgeldbescheid verlängert noch nichts, ebenso wenig der Besuch des Seminars. Die Verlängerung kommt mit dem Schreiben, das dir das Aufbauseminar aufgibt.

Die Verwarnung auf der zweiten Stufe verlängert die Probezeit nicht noch einmal, das Gesetz knüpft die Verlängerung an die Seminaranordnung oder daran, dass sie nur wegen Entzug oder Verzicht unterblieben ist. Der Entzug auf der dritten Stufe beendet die Probezeit vorzeitig, mit der neuen Fahrerlaubnis läuft dann der Rest weiter.

Aufbauseminar versäumt?

Wer das angeordnete Aufbauseminar nicht innerhalb der Frist absolviert, verliert die Fahrerlaubnis. § 2a Absatz 3 StVG lässt der Fahrerlaubnisbehörde dabei keinen Spielraum. Auch ein Widerspruch gegen die Anordnung hält die Frist nicht an, sie läuft weiter, während über den Widerspruch entschieden wird.

Erledigt ist das Seminar mit dem Entzug nicht. Für die neue Fahrerlaubnis musst du die Teilnahme trotzdem nachweisen, und die Verlängerung der Probezeit bleibt bestehen, weil die Anordnung ergangen war. Auch die Punkte in Flensburg bleiben: Nach einem Entzug wegen versäumten Seminars löscht die neue Fahrerlaubnis die alten Punkte nicht, anders als nach den meisten anderen Entziehungen (§ 4 Absatz 3 Satz 4 Nummer 1 StVG).

MPU schon in der Probezeit oder erst bei der Neuerteilung?

Die MPU kann schon während der laufenden Probezeit kommen, sie muss es aber nicht. Es gibt vier Wege zur MPU.

Erstens kann die Fahrerlaubnisbehörde die MPU vorziehen. § 2a Absatz 4 StVG erlaubt ihr ein Gutachten, wenn deine Verstöße in der Probezeit nach den Umständen des Einzelfalls schon Zweifel an deiner Eignung begründen.

Zweitens führt in der Restprobezeit nach einem Entzug schon ein A-Verstoß in der Regel zur MPU.

Drittens gelten die eigenen MPU-Gründe für Fahranfänger genauso wie für alle anderen: Alkohol, Cannabis und andere Drogen, erhebliche oder wiederholte Verkehrsverstöße und Straftaten sowie acht Punkte.

Viertens die Neuerteilung. Nach einem Entzug allein über die drei Stufen schreibt das Gesetz keine MPU vor. Die Behörde kann eine anordnen, wenn die Verstöße erheblich oder wiederholt waren oder die Fahrerlaubnis schon wiederholt entzogen war (§ 11 Absatz 3 Satz 1 Nummer 4 und 9 FeV).

MPU-Anordnungen in und nach der Probezeit begleiten wir regelmäßig. Lies in deinem Bescheid zuerst die Rechtsgrundlage, denn nach ihr richtet sich die Vorbereitung.

Führerschein entzogen: Wann bekomme ich ihn wieder?

Nach einem Entzug über die dritte Probezeit-Stufe gibt es eine neue Fahrerlaubnis frühestens drei Monate nach Wirksamkeit der Entziehung. Die Frist beginnt erst mit der Abgabe des Führerscheins (§ 2a Absatz 5 Satz 3 StVG).

Den Antrag auf Neuerteilung nimmt die Fahrerlaubnisbehörde schon sechs Monate vor Ablauf dieser Sperre an (§ 20 Absatz 4 FeV). Bei drei Monaten Sperre kannst du ihn also sofort stellen. Das Aufbauseminar ist auf diesem Weg kein Hindernis, denn wer über die Stufen entzogen wurde, hat es schon hinter sich.

Ob du die Fahrprüfung noch einmal ablegen musst, entscheidet die Führerscheinstelle. Nach unserer Erfahrung handhaben die Behörden das unterschiedlich: Manche erteilen die Fahrerlaubnis nach einem Entzug in der Probezeit ohne erneute Prüfung, andere verlangen sie.

Mit der neuen Fahrerlaubnis beginnt keine neue zweijährige Probezeit, der Rest der alten läuft weiter. Was gilt, wenn vorher eine MPU nötig war, steht im Ratgeber dazu, wie du den Führerschein nach der MPU zurückbekommst.

Die restliche Probezeit: keine zweite Chance über die Stufen

Wer nach einem Entzug in der Probezeit eine neue Fahrerlaubnis bekommt, fährt die restliche Probezeit ohne Stufen. Die neue Probezeit dauert nur so lange wie der Rest der alten (§ 2a Absatz 1 Satz 7 StVG). Seminar, Verwarnung und Entzug als Stufen gibt es in der Restprobezeit nicht mehr (§ 2a Absatz 5 Satz 4 und 5 StVG).

Stattdessen gilt: Begehst du in der Restprobezeit erneut einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße, ordnet die Fahrerlaubnisbehörde in der Regel eine MPU an. Ein einziger eingetragener Tempoverstoß reicht. Das heißt nicht, dass du es nicht schaffst, sondern dass Glück kein Plan ist. Wer vor der neuen Fahrerlaubnis weiß, in welchen Situationen er zu schnell wird, und dafür eine feste Gegenstrategie hat, fährt mit Plan. Daran arbeiten wir in der Vorbereitung, der erste Schritt ist das kostenlose Erstgespräch.

Die Beurteilungskriterien, nach denen die Gutachter arbeiten, nennen wiederholte Auffälligkeiten in der Probezeit ausdrücklich als Anlass für eine Begutachtung.

Unbequem, aber ehrlich: Die neue Fahrerlaubnis ist kein Neuanfang mit Netz. Wer in der Restprobezeit fährt wie vorher, steht beim nächsten A-Verstoß oder zweiten B-Verstoß in der Regel vor der MPU.

Zu schnell gefahren in der Probezeit

Wer in der Probezeit zu schnell gefahren ist, hat einen A-Verstoß begangen, sobald die Entscheidung rechtskräftig und ins Fahreignungsregister eingetragen ist. Ein einziger solcher Verstoß genügt für die Anordnung des Aufbauseminars und damit für die Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre. Ab welcher Überschreitung ein Verstoß eingetragen wird, regelt das Probezeitrecht nicht, das klärt im Zweifel ein Anwalt anhand deines Bescheids.

Kommt nach dem Seminar ein weiterer eingetragener Tempoverstoß dazu, folgt die Verwarnung, ein dritter nach Ablauf der zwei Monate führt zum Entzug. Geschwindigkeit allein kann also über alle drei Stufen führen. Aufhalten lässt sich das am besten früh: Wer nach dem ersten Brief klärt, warum er zu schnell fährt, etwa aus Zeitdruck oder Gewohnheit, und daraus eine feste Regel macht, muss nicht auf die nächste Stufe warten.

Parallel laufen die Punkte. Das Straßenverkehrsgesetz ordnet in § 4 ausdrücklich an, dass Punktesystem und Probezeit-Regeln nebeneinander gelten. Bei acht Punkten entzieht die Behörde die Fahrerlaubnis, egal auf welcher Probezeit-Stufe du stehst.

Eine MPU wegen Punkten außerhalb der Probezeit folgt eigenen Regeln.

Verstoß im EU-Ausland

Ein Verstoß im europäischen Ausland bleibt nicht unbedingt dort. Wir haben häufiger erlebt, dass Behörden im europäischen Ausland Verstöße an die deutsche Behörde gemeldet haben. Mit der Rückreise ist die Sache also nicht unbedingt erledigt.

Für die Probezeit-Stufen zählen nur Entscheidungen, die ins deutsche Fahreignungsregister kommen, und dort landen deutsche Bußgelder und Urteile. Ein Bußgeld einer ausländischen Behörde löst deshalb keine Stufe aus.

Erfährt die Führerscheinstelle aber von einem schweren Verstoß, etwa einer Fahrt unter Alkohol, kann sie daraus Zweifel an deiner Eignung ableiten und eine MPU anordnen. Was im Einzelfall folgt, besonders bei einem ausländischen Strafurteil, klärt ein Anwalt für Verkehrsrecht anhand der Unterlagen. Heb deshalb jedes Schreiben aus dem Ausland auf, auch in fremder Sprache, und leg es zur Post von deiner Führerscheinstelle.

Alkohol oder Drogen in der Probezeit

Eine Alkohol- oder Cannabisfahrt in der Probezeit ist für viele ein Schock, oft mit Sorge um den Job. Von der MPU selbst erfährt der Arbeitgeber nach unserer Erfahrung nichts. Alkohol, Cannabis und andere Drogen führen auf einem eigenen Weg zur MPU, unabhängig von den drei Probezeit-Stufen. Für Fahranfänger gilt am Steuer ein Alkohol- und Cannabisverbot, und ein Verstoß dagegen ist in der Probezeit ein A-Verstoß. Wer deshalb ins Seminar muss, kommt in das besondere Aufbauseminar bei Alkohol und Drogen, nicht in das normale.

Ob daneben eine MPU kommt, steht für Alkohol im Ratgeber dazu, wann die Behörde eine MPU wegen Alkohol anordnet. Für Cannabis gelten eigene Regeln, die der Ratgeber zu Kiffen und Autofahren erklärt.

Bei Alkohol oder Drogen kann neben dem Seminar auch eine MPU anstehen. Wer das früh weiß, kann beides planen. Für die nächsten Tage heißt das: jedes Schreiben genau lesen, Rechtsgrundlage und Fristen notieren, Unterlagen an einem Ort sammeln. Ob in deinem Fall eine MPU droht, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Führerschein abgeben, um der MPU zu entgehen?

Auf die Fahrerlaubnis freiwillig zu verzichten schützt in der Probezeit weder vor dem Seminar noch vor der Verlängerung. Ein Verzicht beendet die Probezeit zwar vorzeitig, mit der nächsten Fahrerlaubnis läuft der Rest aber weiter.

Das Aufbauseminar holt dich bei der Neuerteilung ein. Hast du ein angeordnetes Seminar nur wegen des Verzichts nicht besucht, oder ist die Anordnung nur deshalb unterblieben, gibt es eine neue Fahrerlaubnis nur mit Seminarnachweis (§ 2a Absatz 5 Satz 2 StVG).

Die Verlängerung holt dich ebenfalls ein. Die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre, wenn die Seminaranordnung nur wegen des Verzichts oder eines Entzugs unterblieben ist (§ 2a Absatz 2a Satz 2 StVG).

Auch die restliche Probezeit holt dich ein. Hattest du vor dem Verzicht schon einen A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen, gilt nach der Neuerteilung dasselbe wie nach einem Entzug: Beim nächsten A-Verstoß oder zwei B-Verstößen ordnet die Fahrerlaubnisbehörde in der Regel eine MPU an. So hat es das Bundesverwaltungsgericht 2024 entschieden.

Und ein Verzicht beseitigt keine Eignungszweifel. Für die Neuerteilung gelten die Vorschriften der ersten Fahrerlaubnis (§ 20 Absatz 1 FeV), also auch die Gründe für eine MPU. Wer verzichtet, verschiebt die Frage nur auf den Antrag. Bevor du über einen Verzicht nachdenkst, lass deine Lage von einem Anwalt für Verkehrsrecht prüfen.

MPU Guru arbeitet mit der Drei-Säulen-Methode: echte Ursachen und Auslöser, stabile Veränderung, konkrete Rückfallstrategie. Nach Auffälligkeiten in der Probezeit bekommen die drei Säulen eine eigene Färbung, weil du meist schon Sanktionen hinter dir hast.

Was will der Gutachter bei einem jungen Fahrer sehen?

Kriterium

Was das für dich bedeutet

Ursachen statt Umstände

„Der Blitzer stand ungünstig“ ist ein Umstand. Ursachen sehen bei jedem anders aus: Zeitdruck auf dem Weg zur Arbeit, eine eingeschliffene Gewohnheit oder der Wunsch, vor anderen gut dazustehen.

Motive benennen

Die Beurteilungskriterien nennen als Motive für riskantes Fahren unter anderem Fahrspaß, die Suche nach Grenzerfahrungen und soziale Anerkennung. Welches bei dir zutrifft, musst du selbst erklären können.

Warum Sanktionen nicht gewirkt haben

Nach Seminar, Verwarnung oder Entzug liegt die Frage nahe, warum sich danach nichts geändert hat.

Selbstbild als Fahrer

Die Beurteilungskriterien beschreiben Fahrer, die ein Risiko einkalkulieren, die Gefahr aber unterschätzen, und bei denen das Gefühl, alles im Griff zu haben, das riskante Fahren verstärkt.

Veränderung über den Verstoß hinaus

Langsamer fahren allein reicht nicht. Gefragt ist, ob sich deine Einstellung zu Regeln geändert hat.

Zeit für Stabilität

Zwischen letztem Verstoß und Gutachten sollten erfahrungsgemäß mindestens sechs Monate liegen, bis zum Führerschein sechs bis acht Monate.

Rückfallstrategie für die Restprobezeit

Dort führt ein A-Verstoß in der Regel zur nächsten MPU. Deine Strategie muss konkrete Situationen benennen, nicht nur gute Vorsätze.

Welche Ursache hinter deinen Verstößen steht, klärt der Gutachter, und sie sieht bei jedem anders aus.

Antwort, die nicht trägt, gegen Antwort, die trägt

Konstruiertes Beispiel.

Eine Antwort wie die zweite ist ein ehrlicher Anfang und kein Makel, aus ihr entsteht in der Vorbereitung die tragfähige. Eine mögliche Frage im Gespräch lautet:

„Warum haben Sie nichts an Ihrer Fahrweise geändert, nachdem Sie die ersten Punkte und Geldstrafen bekommen haben?“
Trägt

Das Seminar habe ich als Pflichttermin abgesessen. Ich hielt mich für einen guten Fahrer, die Strafen kamen mir wie Pech vor. Schnell gefahren bin ich vor allem, wenn Freunde im Auto saßen, weil ich zeigen wollte, dass ich es draufhabe. Für genau diese Situation habe ich heute eine feste Regel.

Trägt nicht

Ich war halt jung und unvorsichtig. Das mache ich nicht mehr.

Die zweite Antwort benennt kein Motiv, keine Situation und keine Veränderung. „Jung“ ist ein Umstand, keine Ursache. Die erste erklärt, warum Seminar und Strafen nicht gewirkt haben, und benennt den Auslöser. Auswendig gelernt trägt auch sie nicht: Der Gutachter fragt nach, und dann zählt, ob die Antwort zu deiner Geschichte und zu deiner Akte passt.

Häufige Fragen zur MPU in der Probezeit

Beginnt nach der MPU eine neue Probezeit?

Die MPU selbst löst keine Probezeit aus. Wurde dir die Fahrerlaubnis in der Probezeit entzogen, läuft mit der neuen Fahrerlaubnis der Rest der alten weiter, mit oder ohne MPU. Wer erst nach der Probezeit entzogen wurde, bekommt nach dem Wortlaut des Gesetzes keine neue.

Ab wann muss ich in der Probezeit zur MPU?

Über die Stufen allein erst nach einem Entzug, in der Regel beim nächsten A-Verstoß oder zwei B-Verstößen in der Restprobezeit. Früher kann sie kommen, wenn die Behörde schon Eignungszweifel hat oder Alkohol, Drogen oder Straftaten im Spiel sind.

Verlängert sich die Probezeit bei jedem Verstoß erneut?

Nein. Die Verlängerung um zwei Jahre hängt an der Seminaranordnung, Verwarnung und Entzug verlängern nicht zusätzlich. Wer in der verlängerten Zeit erneut auffällt, rückt aber eine Stufe weiter.

Meine Probezeit ist vorbei. Kann trotzdem noch etwas kommen?

Ja. Lag der Verstoß in der Probezeit, kann die Seminaranordnung auch nach deren Ende kommen, sobald die Entscheidung rechtskräftig ist.

Muss ich die verkehrspsychologische Beratung machen?

Nein, die Behörde legt sie dir nur nahe. Durchführen dürfen sie nur amtlich anerkannte Berater (§ 2a Absatz 7 StVG). MPU Guru bietet diese Beratung nicht an. Wir sind Psychologen, spezialisiert auf die Vorbereitung auf die MPU. Ob eine MPU droht, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Bringt mir das Aufbauseminar etwas für die MPU?

Die Teilnahmebescheinigung zeigt nur, dass du dabei warst. Was du im Seminar verstanden hast, zählt erst, wenn du es in der Begutachtung erklären kannst und es sich im Alltag zeigt.

Stand der Rechtslage und verwendete Quellen

Rechtsstand: 02.10.2026. Maßgeblich sind das Straßenverkehrsgesetz in der Fassung vom 5. März 2003, zuletzt geändert am 12. Mai 2026, und die Fahrerlaubnis-Verordnung vom 13. Dezember 2010, zuletzt geändert am 12. August 2026.

Verwendete Quellen

  • § 2a, § 4 und § 28 StVG, Wortlaut bei § 2a StVG und § 4 StVG
  • § 11, § 20, § 34 und Anlage 12 FeV, Wortlaut bei § 20 FeV und Anlage 12 FeV
  • Brenner-Hartmann, J., Fastenmeier, W., & Graw, M. (Hrsg.) (2026). Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung: Beurteilungskriterien. 5. überarbeitete und erweiterte Auflage. Bonn: Kirschbaum Verlag. ISBN 978-3-7812-2162-8.

Erfahrungswerte aus der Beratungspraxis von MPU Guru sind im Text als solche gekennzeichnet. Sie beruhen auf den begleiteten Fällen, nicht auf einer erhobenen Statistik.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Probezeit-Brief bekommen? Wir sagen dir, wo du stehst

Mit einer MPU-Anordnung oder nach einem Entzug in der Probezeit zählt, dass die Vorbereitung zur Fragestellung passt. Ob Tempo, Alkohol oder Cannabis: Jede Fragestellung hat ihre eigenen Schwerpunkte, und die Vorbereitung richtet sich nach dem, was in deiner Anordnung steht.

Im kostenlosen Erstgespräch klopfen wir deine Eckdaten ab und vereinbaren das ebenfalls kostenlose Kennenlerngespräch. Dort schauen wir mit dir auf deinen Brief und klären den Zeitplan bis zum Gutachten. Hast du noch keine MPU-Anordnung, sagen wir dir schon im Erstgespräch, ob eine droht. Bei MPU Guru bereiten dich Psychologen vor, die darauf spezialisiert sind, dass du deinen Führerschein über die MPU zurückbekommst.

Erreichbar sind wir montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, auf Wunsch mit Rückruf zu deiner Wunschzeit. Per WhatsApp kannst du jederzeit schreiben, die Antwort kommt spätestens am nächsten Tag.

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