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Hypothesen

Eine Hypothese ist eine begründete Annahme, die anschließend überprüft wird. In der MPU sind Hypothesen die festgelegten Annahmen aus den Beurteilungskriterien, mit denen die Gutachter einordnen, wie ausgeprägt das frühere Problem war und ob die Voraussetzungen für eine günstige Prognose erfüllt sind.

Der Begriff stammt aus der empirischen Forschung. Dort stellt man eine Annahme auf und prüft, ob sie zutrifft oder verworfen werden muss. Dieses Vorgehen nutzt auch die psychologische Diagnostik und damit die MPU. Die Beurteilungskriterien enthalten Hypothesen unter anderem für Alkohol, Drogen, Verkehrsverstöße und Straftaten sowie Medikamente. Innerhalb jedes Bereichs gibt es mehrere Hypothesen, die verschiedene Ausprägungen und Fragen beschreiben. Bei Alkohol wird zuerst geprüft, welche von drei Stufen eines Alkoholproblems vorliegt: die Abhängigkeit, die beeinträchtigte Konsumkontrolle und die Alkoholgefährdung (A 1 bis A 3). Daneben gibt es weitere Alkohol-Hypothesen, etwa dazu, ob jemand Trinken und Fahren sicher trennen kann. Bei Drogen ist das System ähnlich aufgebaut. Die Einordnung hat direkte Folgen: Aus ihr ergibt sich, ob Abstinenz nötig ist, wie lange sie nachgewiesen werden muss und welche Veränderungen erwartet werden. Geprüft werden die Hypothesen im Verlauf der Begutachtung. Die Gutachter werten zuerst die Akte aus und legen fest, welche Hypothesen in Frage kommen. Im Gespräch, in den medizinischen Befunden und in den Abstinenznachweisen suchen sie dann nach Hinweisen, die dafür oder dagegen sprechen. In Gutachten begegnen einem die Hypothesen oft nur als Kürzel wie A 2 oder D 3.

Mehr dazu im Ratgeber: die Alkohol-Hypothesen.

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