Zum Inhalt scrollen
Vergiss nicht deine Vorsätze – jetzt bis zu 100 € Rabatt – gültig bis einschließlich 30.09.2026Starte deine MPU-Vorbereitung und spare!Vergiss nicht deine Vorsätze – jetzt bis zu 100 € Rabatt – gültig bis einschließlich 30.09.2026Starte deine MPU-Vorbereitung und spare!Vergiss nicht deine Vorsätze – jetzt bis zu 100 € Rabatt – gültig bis einschließlich 30.09.2026Starte deine MPU-Vorbereitung und spare!Vergiss nicht deine Vorsätze – jetzt bis zu 100 € Rabatt – gültig bis einschließlich 30.09.2026Starte deine MPU-Vorbereitung und spare!

13. September 202612 Min.

MPU nicht bestanden: was jetzt gilt

Was passiert, wenn die MPU nicht bestanden ist?

Ein negatives MPU-Gutachten geht nicht automatisch an die Fahrerlaubnisbehörde. Auftraggeber der Begutachtung bist du selbst, und du entscheidest, ob das Gutachten vorgelegt wird oder nicht.

Diese Freiheit hat eine Grenze. Wer ein gefordertes Gutachten nicht fristgerecht beibringt, muss damit rechnen, dass die Fahrerlaubnisbehörde auf die Nichteignung schließt, sofern die Anordnung darauf hingewiesen hat. Der Führerschein ist mit einem negativen Gutachten also nicht verloren. Gerettet ist er damit aber auch nicht.

Dieser Ratgeber zeigt dir drei Dinge: wie du die Passage findest, an der es gescheitert ist, warum ein zweiter Termin ohne veränderte Nachweislage regelmäßig dasselbe Ergebnis bringt, und wann ein Kurs nach § 70 FeV infrage kommt.

Bekommt die Führerscheinstelle das negative Gutachten automatisch?

Nein. Die Begutachtungsstelle erstellt das Gutachten für dich, nicht für die Fahrerlaubnisbehörde. Du beauftragst sie, du trägst die Kosten, du bekommst das Ergebnis.

Die Beurteilungskriterien der Fahreignung leiten daraus ein Vertragsverhältnis zwischen dir und der Begutachtungsstelle ab. Der Gutachter hat gegenüber der Fahrerlaubnisbehörde keine Berichtspflicht und ist als Arzt oder Psychologe zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Daraus entsteht ein Irrtum mit Folgen: Wer die Fahrerlaubnis nach einem negativen Gutachten für endgültig verloren hält und sich bei niemandem meldet, verliert genau die Wochen, in denen die Frist aus der Anordnung läuft.

Schweigen gegenüber der Fahrerlaubnisbehörde ist damit selbst eine Entscheidung. Läuft die Frist ab, darf die Behörde auch ohne Kenntnis des Gutachtens von deiner Nichteignung ausgehen, sofern die Anordnung darauf hingewiesen hat. Die Fundstelle dazu steht im übernächsten Abschnitt.

Mehr dazu: wie eine MPU-Anordnung zustande kommt. Alle weiteren Themen rund um MPU und Begutachtung stehen in der Ratgeber-Übersicht.

Dieser eine Satz trägt die gesamte Frage der Vorlage. Das Auftragsverhältnis besteht zwischen dir und der Begutachtungsstelle für Fahreignung. Du trägst die Kosten, du bekommst das Gutachten, und eine Vorschrift, nach der die Stelle das Ergebnis an die Fahrerlaubnisbehörde meldet, existiert nicht. Ob es dort landet, entscheidest allein du. Wer das weiß, trifft die Entscheidung bewusst statt aus Sorge vor einem Automatismus, den es so nicht gibt.

Muss ich das negative Gutachten bei der Behörde abgeben?

Eine Pflicht zur Vorlage besteht nicht. Eine Folge der Nichtvorlage besteht sehr wohl.

§ 11 Abs. 8 Satz 1 FeV sagt: Wer sich weigert, sich untersuchen zu lassen, oder das geforderte Gutachten nicht fristgerecht beibringt, bei dem „darf" die Behörde „auf die Nichteignung des Betroffenen schließen". Satz 2 verpflichtet sie dazu, in der Anordnung auf genau diese Folge hinzuweisen. Fehlt der Hinweis, ist das ein Fehler der Anordnung. Ob er den Schluss im Ergebnis sperrt, entscheiden die Verwaltungsgerichte, das ist keine Frage, die der Wortlaut beantwortet.

Daraus folgt der Unterschied, auf den es ankommt: Das Nichtvorlegen schützt dich vor dem Inhalt des Gutachtens, nicht vor der Entscheidung. Die Fahrerlaubnisbehörde muss den Inhalt gar nicht kennen, um zu entziehen oder eine Neuerteilung zu versagen.

Woran wir die Entscheidung festmachen. Nicht am Ergebnis, sondern daran, was der Text daneben zeigt. Lässt das Gutachten eine sichtbare Entwicklung erkennen, kann die Vorlage sinnvoll sein, auch bei negativem Ergebnis. Zeigt es keine, raten wir ab und bereiten eine erneute Begutachtung vor. Diese Abwägung braucht den Gutachtentext, nicht das Bauchgefühl.

Die Frist läuft in beiden Fällen weiter. Wer Zeit für die Aufarbeitung braucht, beantragt vor Fristablauf schriftlich eine Verlängerung. Nach unserer Erfahrung wird sie selten gewährt, solange die Fahrerlaubnis noch besteht, und meistens gewährt, wenn sie bereits entzogen ist.

Wie finde ich im Gutachten, woran es gescheitert ist?

Die entscheidende Passage steht im Bewertungsteil. Ein MPU-Gutachten folgt nach den Beurteilungskriterien der Fahreignung fünf Teilen:

  • Teil I Anlass und Fragestellung der Untersuchung
  • Teil II Vorgeschichte mit Aktenübersicht und den geprüften Hypothesen
  • Teil III Untersuchungsbefunde, medizinisch und psychologisch getrennt
  • Teil IV Bewertung der Befunde, also Annahme oder Zurückweisung der Hypothesen aus Teil II
  • Teil V Beantwortung der behördlichen Fragestellung und Empfehlungen

Lies in dieser Reihenfolge: Teil I zeigt, was belegt werden musste. Teil II nennt die Anforderungen, an denen gemessen wurde. Teil IV sagt, welche davon nicht als erfüllt galt und warum. Teil V liest sich zuletzt, dort steht der Antwortsatz auf die behördliche Frage und gegebenenfalls eine Kursempfehlung.

Wenn dir am Untersuchungstag schon eine Einschätzung genannt wurde: Schieb keine Argumente nach, das schadet mehr, als es hilft. Frag sachlich nach, was gefehlt hat, und schreib mit. Diese Notizen sind erfahrungsgemäß das brauchbarste Material für den zweiten Versuch, oft konkreter als der schriftliche Text Wochen später.

Ein Gutachten bewertet die Nachvollziehbarkeit deiner Darstellung im Abgleich mit den Befunden. Es fällt kein Urteil über dich als Person. Mehr dazu: warum die MPU eine Prognose stellt und kein Urteil über dich fällt und wie Glaubhaftigkeit in der Begutachtung bewertet wird.

Warum scheitert ein zweiter MPU-Versuch ohne Aufarbeitung?

Weil die Begutachtungsstelle für Fahreignung im zweiten Termin dieselbe Fragestellung beantwortet und dabei das erste Gutachten kennt.

Die Fragestellung ändert sich nicht. Die Fahrerlaubnisbehörde legt nach § 11 Abs. 6 Satz 1 FeV fest, welche Fragen zu klären sind. Solange sich der Aktenstand nicht ändert, bleibt diese Frage dieselbe. Wer dieselbe Frage mit demselben Material beantwortet, bekommt dieselbe Antwort.

Die Befundlage lässt sich nicht durch Formulierungen ersetzen. Wo die Begründung des ersten Gutachtens auf fehlende Nachweise zeigt, hilft kein besser vorbereitetes Gespräch. Einen fehlenden Abstinenzbeleg ersetzt keine Erzählung.

Abweichungen zum ersten Termin fallen auf. Der zweite Gutachter muss darlegen, warum er anders entscheidet als der erste. Ohne belegbare Veränderung fehlt ihm dafür die Grundlage.

Damit ist der unbequeme Punkt benannt: Wer im ersten Termin untertrieben hat, muss im zweiten auch die früheren Angaben korrigieren. Das geht nur offen. Welche Fragen dabei kommen: die Fragen, die im Untersuchungsgespräch gestellt werden.

Das ist der fachliche Grund, warum ein zweiter Versuch ohne veränderte Nachweislage regelmäßig scheitert. Der zweite Gutachter muss jede Abweichung begründen, und dafür braucht er eine belegte Veränderung. Eine andere Darstellung derselben Sachlage genügt nicht. Beachte die Bedingung im ersten Halbsatz: Die Regel greift, wenn das Vorgutachten bei der neuen Begutachtung einsehbar ist.

Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen, Pressemitteilung 2025

Woran scheitern die meisten beim ersten Versuch?

Vier Gründe tauchen in unserer Nachbetreuung regelmäßig auf, wenn jemand im ersten Anlauf nicht besteht. Ein Erfahrungsbild aus der eigenen Begleitung, keine Erhebung.

  1. Zu früh angetreten. Der häufigste der vier Gründe: Von denen, die bei uns im ersten Versuch scheitern, war der überwiegende Teil zu früh dran. Der Termin stand vor der Nachweislage, nicht umgekehrt.
  2. Die Lerninhalte blieben Theorie. Die Aufarbeitung war bekannt, aber nicht gelebt. Im Gespräch fällt das auf, weil die eigenen Beispiele fehlen.
  3. Die Vorbereitung war zu kurz. Ein paar Termine reichen, um Antworten zu kennen. Für den Beleg einer Veränderung reichen sie nicht.
  4. Nervosität am Untersuchungstag. Der einzige der vier Gründe, der sich nicht mit Zeit lösen lässt, sondern nur mit Übung im Gespräch.

Die Unterscheidung ist unsere Lesehilfe, keine Systematik aus den Beurteilungskriterien, aber sie bestimmt deine Aufgabe. Grund 1 und 3 sind Zeitprobleme, Grund 2 ist ein Umsetzungsproblem, Grund 4 ein Trainingsproblem. Deshalb gilt: Vorbereitung ist nicht gleich Vorbereitung. Wer eine Lücke in der Nachweislage vor sich hat, kommt mit Gesprächstraining nicht weiter, und wer sein Delikt nur auswendig erzählt, mit einem weiteren Nachweis auch nicht.

Wie lange muss ich nach einer nicht bestandenen MPU warten?

Eine gesetzliche Sperrfrist zwischen zwei MPU-Versuchen besteht nicht. Im Fahrerlaubnisrecht steht weder eine Wartezeit nach einem negativen Gutachten noch eine Obergrenze für die Zahl der Begutachtungen. Eine Wartefrist zwischen zwei Begutachtungen gibt es also nicht. Praktisch braucht die neue Begutachtungsstelle vorher die Fragestellung und die Unterlagen der Fahrerlaubnisbehörde, die Fundstelle dazu steht in der Vergleichstabelle weiter unten. Und wer sich im Neuerteilungsverfahren befindet, ist zusätzlich an § 20 Abs. 4 FeV gebunden: Der Antrag geht frühestens sechs Monate vor Ablauf der Sperre.

Die faktische Wartezeit ergibt sich aus dem Punkt, an dem das erste Gutachten gescheitert ist. Fehlt ein Abstinenznachweis, bestimmt dessen Zeitraum den Termin. Fehlt die Aufarbeitung, bestimmt die Zeit den Termin, die eine belegbare Veränderung braucht. Fehlt beides, gilt der längere Zeitraum.

Der Erfahrungswert aus unserer Begleitung: Ohne neuen Abstinenznachweis liegen im Regelfall zwei bis drei Monate zwischen den beiden Terminen. Darin steckt die Bearbeitungszeit für das Gutachten und die Zeit für seine Auswertung. Kommt ein Abstinenznachweis dazu, bestimmt dessen Zeitraum den Termin, nicht die Vorbereitung. Wie lange er laufen muss, legen die Beurteilungskriterien fest, nicht die Fahrerlaubnisbehörde.

Eine Monatszahl, die für alle Fälle gilt, existiert dagegen nicht. Lies im Gutachten nach, welcher Punkt konkret benannt ist, und rechne von dort aus rückwärts.

Was bedeutet eine Kursempfehlung im MPU-Gutachten?

Eine Kursempfehlung ist weder ein Bestehen noch ein Durchfallen, sondern ein dritter Ausgang. Die Begutachtungsstelle für Fahreignung sieht die Eignung noch nicht bestätigt, hält sie aber durch einen anerkannten Kurs für herstellbar.

Zwei Normen gehören getrennt. § 70 FeV regelt die Anerkennung der Kurse und Träger. Dass eine Teilnahmebescheinigung ein erneutes Gutachten ersetzen kann, steht in § 11 Abs. 10 FeV. Die Ersetzung greift nur „in der Regel" und nur bei vier gleichzeitig erfüllten Voraussetzungen:

  1. Der Kurs ist nach § 70 FeV anerkannt.
  2. Ein Gutachten einer Begutachtungsstelle sieht die Teilnahme an dieser Art von Kursen als geeignete Maßnahme an.
  3. Du bist nicht Inhaber einer Fahrerlaubnis.
  4. Die Fahrerlaubnisbehörde hat der Kursteilnahme vor Kursbeginn zugestimmt.

An Punkt 4 geht der Weg am häufigsten verloren. Wer vor der Zustimmung bucht, riskiert, dass die Teilnahme die zweite Begutachtung nicht ersetzt.

Bei den Punkte- und Straftatenanlässen findet dieser Weg keine Anwendung, § 11 Abs. 10 Satz 2 FeV.

Zur Quellenlage: Antragsweg und Bearbeitungsdauer der Zustimmung nach Nummer 4 sind bundesweit nicht einheitlich geregelt und nirgends zentral dokumentiert. Frag deine Fahrerlaubnisbehörde schriftlich und lass dir die Zustimmung schriftlich geben.

Steht in deinem Gutachten eine Kursempfehlung: der Nachschulungskurs nach § 70 FeV bei MPU Guru.

Sechs Schritte nach einem negativen Gutachten

  1. Das Gutachten vollständig lesen. Beginne mit Teil I und arbeite dich über die Hypothesen in Teil II zur Bewertung in Teil IV vor.
  2. Die Frist im Anordnungsschreiben nachsehen. Die Vorlagefrist steht im Schreiben, mit dem die Fahrerlaubnisbehörde die Begutachtung angeordnet hat. Notiere sie im Kalender, diese Frist läuft unabhängig von allem anderen.
  3. Über die Vorlage entscheiden. Wäge die Folge der Nichtvorlage gegen die Folge einer Vorlage des negativen Inhalts ab. Beide Wege haben eine Konsequenz.
  4. Prüfen, ob eine Kursempfehlung im Gutachten steht. Eine Kursempfehlung findest du in Teil V. Steht dort eine, kläre zuerst die Zustimmung der Fahrerlaubnisbehörde, bevor du dich irgendwo anmeldest.
  5. Die konkrete Lücke bestimmen. Halte fest, ob das Gutachten auf fehlende Nachweise zeigt oder auf eine nicht nachvollziehbare Aufarbeitung. Zwei Aufgaben mit verschiedenen Zeitachsen.
  6. Erst danach den Termin legen. Der Termin ergibt sich aus Schritt 5, nicht aus dem Kalender.

Kann ich gegen ein negatives MPU-Gutachten vorgehen?

Angreifbar ist nicht das Gutachten, sondern der Bescheid, den die Fahrerlaubnisbehörde darauf stützt. Ein Gutachten ist ein Beweismittel, keine Entscheidung der Behörde. Was daraus für dein Verfahren folgt, beurteilt eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht.

Angreifbar sind daneben formale Mängel. Anlage 4a Nr. 2 a FeV verlangt eine allgemeinverständliche, nachvollziehbare und nachprüfbare Darstellung mit allen wesentlichen Befunden, Nr. 2 c die Unterscheidung zwischen Vorgeschichte und gegenwärtigem Befund. Wenn du die Begründung nicht findest, ist das also nicht zwingend dein Verständnisproblem: Als Auftraggeber hast du Anspruch auf ein mängelfreies Gutachten.

Ein zweiter Punkt betrifft die Anordnung. Der Schluss auf die Nichteignung bei Nichtvorlage setzt nach den Beurteilungskriterien grundsätzlich eine vollständig rechtmäßige Gutachtensanordnung voraus (5. Auflage, Kapitel A.1). Isoliert angreifen lässt sich die Anordnung allerdings nicht, geprüft wird sie erst im Verfahren gegen den Bescheid.

Was wir in der Praxis raten. Ein negatives Gutachten greifen wir in aller Regel nicht rechtlich an. Der Weg ist schwierig und langwierig, und am Ende steht bestenfalls ein aufgehobenes negatives Gutachten, kein positives. Wir arbeiten es stattdessen auf: Die Begründung aus Teil IV wandert Punkt für Punkt in die Vorbereitung. Das Gutachten, das dich ausgebremst hat, ist die genaueste Arbeitsanweisung, die du für den zweiten Termin bekommst.

Ob in deinem Fall etwas anderes gilt, beurteilt eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht.

Rechtsstand und Quellen

Rechtsstand: 29.08.2026. Genannt sind § 11, § 20, § 46 und § 70 FeV sowie Anlage 4a FeV, ferner § 2 Abs. 2 StVG und die Beurteilungskriterien der Fahreignung, 5. Auflage. Alle Wortlaute sind am amtlichen Volltext geprüft. Spätere Rechtsänderungen sind nicht berücksichtigt, dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.

Verwendete Quellen

Eigene Einordnung: Die als Erfahrungswerte gekennzeichneten Angaben stammen aus der eigenen Nachbetreuung und sind keine erhobene Statistik. Amtliche Zahlen und eigene Beobachtungen stehen im Text getrennt.

Weiterlesen: MPU wegen Alkohol, wie die Anordnung zustande kommt und warum die MPU kein „Idiotentest" ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Du bist Auftraggeber der Begutachtung. Nach § 11 Abs. 6 Satz 5 FeV erfolgt die Untersuchung auf Grund eines Auftrags durch die betroffene Person, nicht durch die Behörde.

  • Die Nichtvorlage ist kein neutraler Zug. Bringst du ein gefordertes Gutachten nicht fristgerecht bei, darf die Fahrerlaubnisbehörde nach § 11 Abs. 8 FeV auf deine Nichteignung schließen, sofern die Anordnung darauf hingewiesen hat.

  • Eine gesetzliche Sperrfrist zwischen zwei MPU-Versuchen besteht nicht. Weder eine Wartezeit noch eine Obergrenze ist vorgesehen.

  • Ein negatives Gutachten muss eine Begründung enthalten. Anlage 4a Nr. 2 a FeV verlangt Nachvollziehbarkeit, alle wesentlichen Befunde und die Schlussfolgerungen, die zur Beurteilung geführt haben.

  • Gut 4 Prozent aller Begutachtungen enden mit einer Kursempfehlung (Bundesanstalt für Straßenwesen, Pressemitteilung 10/2025 vom 17.12.2025). Daraus kann unter den vier Voraussetzungen des § 11 Abs. 10 FeV ein Kurs nach § 70 FeV werden.

  • Wer im zweiten Versuch dieselben Punkte unverändert lässt, muss mit demselben Ergebnis rechnen. Ein einsehbares Vorgutachten zwingt den zweiten Gutachter, jede Abweichung zu begründen.

Die Untersuchung erfolgt auf Grund eines Auftrags durch den Betroffenen.

§ 11 Abs. 6 Satz 5 Fahrerlaubnis-Verordnung, gesetze-im-internet.de Quelle

Vorlegen oder nicht vorlegen, was jeweils passiert

Deine EntscheidungWas daraus folgtRechtsgrundlage
Negatives Gutachten fristgerecht vorlegenDie Fahrerlaubnisbehörde entscheidet nach dem Inhalt: Entziehung bei bestehender Fahrerlaubnis, Versagung beim Antrag auf Neuerteilung.§ 46 Abs. 1 FeV; § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 StVG mit § 11 Abs. 1 FeV und § 20 Abs. 1 FeV
Gutachten nicht vorlegen, Frist läuft abDie Fahrerlaubnisbehörde darf auf die Nichteignung schließen, ohne den Inhalt zu kennen, sofern die Anordnung darauf hingewiesen hat.§ 11 Abs. 8 Satz 1 und 2 FeV
Fristverlängerung vor Fristablauf beantragenDie Fahrerlaubnisbehörde entscheidet, ein Anspruch besteht nicht. Immer schriftlich beantragen.Erfahrungswert: bei bestehender Fahrerlaubnis selten gewährt, bei entzogener meistens
Gutachten mit Kursempfehlung vorlegenEin Kurs nach § 70 FeV kann in Betracht kommen, wenn alle vier Voraussetzungen erfüllt sind. Ohne vorherige Zustimmung nicht.§ 11 Abs. 10 Satz 1 FeV
Neue Begutachtung ohne veränderte NachweislageEs ist mit einem erneut negativen Gutachten zu rechnen. Eine Sperrfrist existiert nicht.Keine Rechtsgrundlage, Erfahrungswert aus der Nachbetreuung

Zur Quellenlage: Die FeV regelt die Fristverlängerung nicht. Die Angaben dazu und die Ergebniserwartung in der letzten Zeile sind Erfahrungswerte aus unserer Nachbetreuung, keine Rechtsfolgen.

Typische Begründungsmuster und was sie für den zweiten Versuch bedeuten

Was sinngemäß im Gutachten steht

Was das über deinen zweiten Versuch sagt

Die Angaben zum früheren Konsum sind mit den vorliegenden Befunden nicht in Einklang zu bringen.

Zwischen deiner Schilderung und der Aktenlage klafft eine Lücke. Sie schließt sich, indem du sie erklärst, nicht indem du die Erzählung änderst.

Die Ursachen des Fehlverhaltens konnten nicht ausreichend nachvollziehbar dargestellt werden.

Das Ergebnis war da, der Weg dorthin nicht. Gefragt ist eine überprüfbare Ursachenkette bis zur konkreten Situation.

Eine stabile Veränderung der Einstellung ist noch nicht erkennbar.

Die Veränderung ist zu jung oder zu wenig belegt. Es fehlt Zeit unter Beweis, nicht ein weiterer Termin.

Der angegebene Abstinenzzeitraum ist nicht ausreichend belegt.

Ein Nachweisproblem, kein Gesprächsproblem. Prüfe deine Belege an Anlage 4a Nr. 6 FeV: Original, Unterschrift, zulässige Stelle.

Die Vermeidungsstrategien wirken nicht ausreichend erprobt.

Deine Strategien sind benannt, aber nicht an realen Situationen gezeigt. Gefragt sind Anlässe, an denen sie gehalten haben.

Die Leistungsvoraussetzungen entsprachen nicht den Anforderungen.

Ein abtrennbarer Punkt ohne Bezug zur Aufarbeitung. Ob eine Fahrverhaltensbeobachtung ausgleicht, klärst du mit der Begutachtungsstelle.

Zur Einordnung Die linke Spalte ist nachgebildet, nicht zitiert. Sie fasst zusammen, wie Begründungen in Teil IV in unserer Nachbetreuung klingen. Wortlaut und Gewichtung unterscheiden sich je nach Begutachtungsstelle.

Sofern ein Vorgutachten vorliegt, das bei der aktuellen Begutachtung einsehbar war, ist eine davon abweichende Beurteilung vor dem Hintergrund der damaligen Argumentation zu begründen, das heißt, die Veränderung der Befundlage z. B. bezüglich der Leistungsfähigkeit, des Verhaltens, der Einstellung oder der Lebensbedingungen muss deutlich werden.

(2026): Kapitel A.3.5.1, Nachvollziehbarkeit, Beurteilungskriterien der Fahreignung, 5. Auflage, herausgegeben von Brenner-Hartmann, Fastenmeier und Graw

Ergebnisse der MPU-Begutachtungen im Berichtsjahr 2024

Rund vier von hundert Begutachtungen enden mit einer Kursempfehlung statt mit einem Ja oder Nein. Bezugsgröße: 75.257 Begutachtungen im Berichtsjahr 2024, einschließlich Wiederholungen.

KategorieAnteil
geeignetknapp 57 %
ungeeignetgut 39 %
Kursempfehlunggut 4 %

Bundesanstalt für Straßenwesen, Pressemitteilung 2025

Kurs oder zweiter Anlauf, was sich unterscheidet

FrageKurs nach § 70 FeVZweite MPU
Wer entscheidet, ob der Weg offenstehtNur bei ausdrücklicher Kursempfehlung im Gutachten und mit vorheriger Zustimmung der Fahrerlaubnisbehörde.Ohne Zustimmung und ohne Wartefrist, aber nur mit Fragestellung und Unterlagen der Fahrerlaubnisbehörde, § 11 Abs. 6 Satz 3 und 4 FeV.
Rechtsgrundlage§ 11 Abs. 10 FeV, Anerkennung nach § 70 FeV.§ 11 Abs. 6 bis 8 FeV.
Was am Ende in der Hand liegtEine Teilnahmebescheinigung mit den Angaben nach § 11 Abs. 11 FeV.Ein neues Gutachten, mit dem Risiko eines erneut negativen Ergebnisses.
Ist eine erneute Begutachtung nötigUnter den vier Voraussetzungen in der Regel nicht.Ja, die Begutachtung ist der Weg.
Wann der Weg nicht offenstehtOhne Kursempfehlung, bei bestehender Fahrerlaubnis und bei den Punkte- und Straftatenanlässen.Rechtlich nicht versperrt. Jedes vorgelegte Gutachten erweitert allerdings die Aktenlage.

Häufige Fragen zur Vorlage und zur Wiederholung

Wie lange muss ich nach einer nicht bestandenen MPU warten?

Eine gesetzliche Sperrfrist besteht nicht. Die Wartezeit ergibt sich aus dem Punkt, an dem das erste Gutachten gescheitert ist. Ohne neuen oder verlängerten Abstinenznachweis liegen erfahrungsgemäß zwei bis drei Monate zwischen den Terminen.

Wie oft darf ich die MPU wiederholen?

So oft du willst, eine Obergrenze kennt das Fahrerlaubnisrecht nicht. Ehrlich dazu gehört: Jedes vorgelegte Gutachten erweitert die Aktenlage um ein negatives Ergebnis, das eine spätere Begutachtungsstelle einsehen kann.

Kann ich gegen ein negatives MPU-Gutachten Widerspruch einlegen oder klagen?

Gegen das Gutachten selbst nicht, denn es ist kein Verwaltungsakt. Angreifbar ist der Bescheid der Fahrerlaubnisbehörde, angreifbar sind formale Mängel gemessen an Anlage 4a FeV. Ob das in deinem Fall trägt, beurteilt eine Anwältin oder ein Anwalt für Verkehrsrecht.

Häufige Fragen zu Stellenwechsel und Nachweisen

Darf ich für den zweiten Versuch die Begutachtungsstelle wechseln?

Ja, und du bist dabei nicht auf die Stellen beschränkt, die in der Anordnung stehen. § 11 Abs. 6 Satz 2 FeV verlangt von der Behörde nur die Angabe der in Betracht kommenden Stellen; nach Satz 3 teilst du ihr anschließend mit, welche du beauftragt hast. Die Wahl liegt bei dir, bundesweit. Der Wechsel ändert weder die Fragestellung noch die Aktenlage, ein vorliegendes Vorgutachten zählt weiter.

Gelten meine Abstinenznachweise nach einer nicht bestandenen MPU weiter?

Ein negatives Gutachten macht deine Belege nicht wertlos, entscheidend ist ihre Aktualität. Nach unserer Erfahrung lässt sich eine abgeschlossene Abstinenz innerhalb von zwölf Monaten mit drei weiteren Monaten auffrischen, nach mehr als einem Jahr braucht es sechs. Prüfe deine Belege zusätzlich an Anlage 4a Nr. 6 FeV. Welche Verfahren anerkannt sind und wie eine Auffrischung abläuft, steht im Ratgeber zum Abstinenznachweis.

Was passiert, wenn ich das negative Gutachten gar nicht vorlege?

Die Fahrerlaubnisbehörde erfährt den Inhalt nicht, darf aber allein aus der Nichtbeibringung auf deine Nichteignung schließen, sofern die Anordnung darauf hingewiesen hat. Der Bescheid kann also auch dann kommen, wenn niemand dein Gutachten gelesen hat.

Du hast dein Gutachten vor dir und weißt nicht, woran es gescheitert ist?

Genau diese Frage lässt sich klären, bevor du irgendetwas buchst. Im kostenlosen Erstgespräch nehmen wir kurz die Eckdaten auf und vereinbaren das Kennenlerngespräch. Dort passiert dann Folgendes, ebenfalls kostenlos:

  • Wir gehen die Begründung im Gutachten durch und ordnen ein, ob sie auf fehlende Nachweise oder auf die Darstellung zeigt.
  • Wir prüfen, ob dein Gutachten eine Kursempfehlung enthält und was daraus folgt.
  • Du bekommst eine Einschätzung, welche Unterlagen für einen zweiten Versuch fehlen, welcher Zeitraum daraus entsteht und welcher Schritt zuerst ansteht.

Die Vorbereitung selbst läuft bei MPU Guru über Psychologen. Erreichbar sind wir Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr. Wenn du tagsüber nicht telefonieren kannst, schreib uns per WhatsApp oder hinterlass eine Wunschzeit für einen Rückruf. Wir melden uns spätestens am nächsten Tag.

Und wenn es doch schiefgeht? Im Komplettpaket und in der Einzelvorbereitung gilt unsere Nachbetreuungsgarantie: Wir analysieren das Gutachten und legen zwei weitere Vorbereitungsstunden darauf. Zwei Bedingungen gehören dazu, und zwar beide, konsequente Mitarbeit und dass du nicht entgegen unserer Empfehlung früher zur MPU antrittst. Du bist nicht am Ende des Wegs. Du kennst jetzt seinen genauen Punkt.