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13. September 202610 Min.

Warum die MPU kein Idiotentest ist

Die MPU ist kein Intelligenztest. Geprüft wird eine Prognose: wie wahrscheinlich es ist, dass sich dein Verhalten im Straßenverkehr wiederholt. Einen Leistungstest gibt es zwar, aber die geforderte Mindestleistung liegt unterhalb des Durchschnitts. Eine Intelligenzschwelle existiert ebenfalls, sie liegt bei einem IQ von 70 und wird nur geprüft, wenn es im Einzelfall konkrete Hinweise gibt. An der Intelligenz scheitert deshalb praktisch niemand. Woran es in unserer Begleitung tatsächlich scheitert, steht weiter unten in Block 12.

Woher der Name "Idiotentest" kommt

Der Spottname steht in keinem Gesetz. Er kommt aus dem Volksmund, und wer ihn wann geprägt hat, lässt sich nicht belegen. Was sich belegen lässt, ist ein Anlass, der die Deutung nahelegt und bis heute in der Verordnung steht.

§ 11 Absatz 3 Nummer 3 der Fahrerlaubnis-Verordnung nennt als Anlass für eine Begutachtung „erhebliche Auffälligkeiten, die im Rahmen einer Fahrerlaubnisprüfung nach § 18 Absatz 3 mitgeteilt worden sind". Es geht dort also tatsächlich um jemanden, der bei der Führerscheinprüfung auffällt, und damit um die Frage, ob er das Autofahren lernen kann.

In der Praxis ist er allerdings zur Randerscheinung geworden. Die Bundesanstalt für Straßenwesen weist für 2024 aus: rund 43 Prozent der Begutachtungen betrafen Alkohol, etwa 25 Prozent Drogen und Medikamente, 19 Prozent Verkehrsauffälligkeiten. Alle übrigen Anlässe zusammen, und dazu gehört die Prüfungsspur, machen 13 Prozent aus.

Die Prüfungsspur ist damit heute eine Randerscheinung. Für die große Mehrheit der Fälle beschreibt der Name nicht einmal mehr den Anlass.

Die ausführliche Geschichte der Untersuchung ist einen eigenen Ratgeber wert, den wir später bauen.

Was in der MPU tatsächlich geprüft wird

Geprüft wird eine Prognose. Die Fahrerlaubnisbehörde will wissen, ob von dir künftig eine Gefahr für den Straßenverkehr ausgeht. Diese Frage lässt sich nicht mit Wissen beantworten. Sie lässt sich nur mit einer Einschätzung deines Verhaltens und deiner Voraussetzungen beantworten.

Die Anlässe sind dabei sehr unterschiedlich. Alkohol und Drogen sind die häufigsten, aber längst nicht die einzigen. Auch wiederholte Verkehrsverstöße, Straftaten im Straßenverkehr, der Missbrauch von Medikamenten und bestimmte gesundheitliche Fragestellungen können eine Begutachtung auslösen. Ab welchen Werten die Behörde bei Alkohol anordnet, steht im Ratgeber MPU wegen Alkohol, welche Erkrankungen und Substanzen die Verordnung bewertet in Anlage 4 und Anlage 5 FeV. Einen Überblick über alle Themen gibt unsere Ratgeber-Übersicht.

Was Eignung im Straßenverkehrsrecht überhaupt bedeutet, steht im Straßenverkehrsgesetz. Von Klugheit ist dort keine Rede.

Der ganze Untersuchungstag steht Schritt für Schritt im Ratgeber zum Ablauf der MPU.

Der einzige Teil, der wirklich ein Test ist

Am Computer wird deine Leistungsfähigkeit gemessen. Fünf Bereiche kommen dafür in Frage: Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Konzentrationsleistung, Aufmerksamkeitsleistung und Reaktionsfähigkeit. Für eine normale Fahrerlaubnis werden mindestens drei davon geprüft. Alle fünf verlangt Anlage 5 Nummer 2 FeV nur bei den Busklassen D, D1, DE und D1E und bei der Fahrgastbeförderung, und zwar bei der Erteilung. Bei der Verlängerung greift die Pflicht erst ab dem 50. Lebensjahr, bei der Fahrgastbeförderung ab dem 60. Für die Lkw-Klassen C und C1 sieht Anlage 5 FeV keinen Leistungstest vor.

Die eingesetzten Verfahren sind nicht frei wählbar. Ihre Eignung muss nach Anlage 14 Absatz 2 Nummer 7 FeV von einer unabhängigen Stelle nach § 71a FeV bestätigt sein. Dass die eingesetzten Verfahren im Gutachten benannt werden, verlangt Kriterium PTV 7 der Beurteilungskriterien. Es gibt mehrere zugelassene Verfahren, welches eingesetzt wird, entscheidet die Begutachtungsstelle.

Und jetzt der Teil, der den Namen widerlegt: die Hürde.

Für eine normale Fahrerlaubnis genügt Prozentrang 16. Die Beurteilungskriterien erklären, was das heißt: eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert. Du musst also nicht besser sein als der Durchschnitt. Du musst besser abschneiden als die schwächsten sechzehn Prozent der Vergleichsgruppe. Welche Verfahren dabei laufen und was sie messen, steht im Ratgeber MPU-Test.

Es gibt eine Intelligenzschwelle, und sie liegt bei 70

Oft liest man, Intelligenz spiele in der MPU überhaupt keine Rolle. Das ist nicht ganz richtig, und du sollst es genau wissen.

Eine Schwelle existiert. Sie liegt bei einem IQ von 70, für die Personenbeförderung bei 85. Der Durchschnitt liegt bei 100. Und diese Prüfung findet nur statt, wenn es im Einzelfall konkrete Hinweise gibt. Standardmäßig wird sie nicht durchgeführt.

Für dich heißt das: Deine Intelligenz schützt dich nicht, und sie gefährdet dich auch nicht. Sie ist schlicht nicht die Frage.

Wie sorgfältig hier gearbeitet wird, zeigt ein Detail am Rand. Als nicht veraltet gelten Vergleichsnormen nach Kriterium PTV 2 der Beurteilungskriterien dann, wenn Testverfahren oder Auswertungstabellen in den letzten zehn Jahren aktualisiert wurden. Ältere Verfahren sind nicht verboten, ihre Normstichprobe muss aber angemessen berücksichtigt werden. Bei Intelligenztests auf älterer Normbasis gehört dazu der Flynn-Effekt, also die Zunahme um durchschnittlich drei IQ-Punkte pro Jahrzehnt im Bereich der Abstraktionsfähigkeit. Das ist das Gegenteil von Willkür.

Warum kluge Menschen genauso durchfallen

Dein Delikt ist die Spitze des Eisbergs. Ein Promillewert, ein Laborbefund, ein Punktestand. Das steht in der Akte, und das weiß der Gutachter bereits, bevor du den Raum betrittst.

Ihn interessiert der Teil unter der Wasseroberfläche. Warum ist es passiert. Was hat dieses Verhalten für dich geleistet. Was war in deinem Leben los, als das Muster entstand.

Wer diesen Teil nicht kennt, kann ihn auch nicht erklären. Und wer ihn nicht erklären kann, bekommt keine positive Prognose. Das gilt unabhängig von Schulabschluss, Beruf und Wortgewandtheit.

MPU Guru begleitet rund 400 Klienten im Jahr. Wenn jemand im ersten Versuch scheitert, liegt es nach unserer Erfahrung an vier Dingen, und Intelligenz ist bei keinem davon dabei: zu früh angetreten, die Lerninhalte nicht in eigenes Verhalten übersetzt, zu kurz vorbereitet, am Untersuchungstag von der eigenen Nervosität überholt worden. Der häufigste dieser vier ist der erste. Von den Klienten, die bei uns im ersten Anlauf nicht bestehen, war der überwiegende Teil zu früh dran. Woran sich ablesen lässt, ob du so weit bist, steht im Ratgeber Kurz vor der MPU.

Selbstsicherheit ist an dieser Stelle sogar ein Risiko. Wer den Termin für ein Gespräch hält, das sich führen lässt, unterschätzt die Vorbereitung.

Warum auswendig gelernte Antworten scheitern

Der Gutachter fragt nach. Er beginnt breit und verengt Schritt für Schritt, bis entweder ein stimmiges Bild dasteht oder ein Widerspruch. Die Beurteilungskriterien verlangen dafür, dass Entwicklungsverläufe, Ursachenzuschreibungen und Vermeidungsstrategien hinterfragt werden, und zwar so, dass die Angaben auch zu den erhobenen Befunden passen.

Ein Satz, den du nicht selbst gedacht hast, hält Nachfragen dieser Art nach unserer Erfahrung nicht lange stand.

Deshalb helfen Fragenkataloge wenig. Sie geben dir Antworten auf die erste Frage und lassen dich bei der zweiten allein. In der internen Fragensammlung von MPU Guru stehen 147 dokumentierte Gutachterfragen, und selbst diese Sammlung geben wir keinem Klienten zum Auswendiglernen. Sie dient uns dazu, die Prüfabsicht hinter einer Frage zu erkennen, nicht die Antwort darauf.

Eine Empfehlung aus der Beratungspraxis, die vielen zuerst seltsam vorkommt: Nimm keine vorbereiteten Notizen mit ins Gespräch. Eine einzige Ausnahme lassen wir gelten, eine nüchterne Übersicht der eigenen Delikte mit Datum, Wert und Zeitraum. Exakte Zahlen sind unter Anspannung schwer abrufbar, und ein Zahlenfehler sieht im Protokoll aus wie ein Widerspruch.

Welche Fragen im Untersuchungsgespräch tatsächlich gestellt werden und worauf jede einzelne zielt, steht im Ratgeber MPU-Fragen.

Wie viele bestehen tatsächlich?

Die Bundesanstalt für Straßenwesen erfasst die Ergebnisse jedes Jahr. Für 2024 gab es 75.257 Begutachtungen. Knapp 57 Prozent wurden als geeignet beurteilt, gut 39 Prozent als ungeeignet, gut 4 Prozent erhielten die Empfehlung, an einem Kurs teilzunehmen.

Zwei Dinge sind an dieser Zahl wichtig. Erstens zählt sie Begutachtungen, nicht Personen, und sie enthält Wiederholungsbegutachtungen. Es ist also keine Quote für den ersten Versuch. Zweitens ist es ein Durchschnitt über alle Begutachteten, vorbereitet oder nicht.

Wie groß der Unterschied zwischen beiden Gruppen ist, wissen wir nicht. Eine Statistik, die nach Vorbereitung trennt, gibt es nicht, und wir rechnen sie uns auch nicht aus.

Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen, Pressemitteilung 10/2025 vom 17.12.2025, abgerufen am 29.08.2026. Was nach einem negativen Gutachten möglich ist, steht im Ratgeber MPU nicht bestanden.

Was ein Wort mit Menschen macht

Der Begriff stellt dich in eine Ecke, in die du nicht gehörst.

Wer eine MPU vor sich hat, hat einen Fehler gemacht. Manchmal einen schweren. Oder er hatte eine Zeit, in der vieles gleichzeitig zu viel war, und hat sie falsch bewältigt. Beides kommt in Leben vor, die vorher und nachher völlig unauffällig verlaufen sind.

Aus diesen Menschen macht ein Wort aus einer anderen Zeit Idioten. Nicht die Behörde, nicht der Gutachter, nicht das Gesetz. Ein Spottname aus dem Volksmund.

Das ist nicht nur unfair. Es hat Folgen. Wer glaubt, seine MPU sei ein Urteil über seinen Verstand, erzählt niemandem davon. Nicht dem Partner, nicht den Freunden, oft nicht einmal dort, wo es beruflich längst aufgefallen ist. Er trägt die Sache allein, und er fängt später an, als er müsste.

Das begegnet uns in der Beratung regelmäßig: Menschen, die sich für ihre Situation schämen, obwohl sie gerade das Verantwortungsvollste tun, was in ihrer Lage möglich ist, nämlich sich der Sache stellen.

Die MPU ist keine Aussage über deinen Verstand. Sie ist eine Aussage darüber, dass dein Verhalten im Straßenverkehr überprüft wird. Das ist unangenehm genug. Demütigend muss es nicht auch noch sein.

Eine Empfehlung aus der Beratungspraxis

Vor der medizinisch-psychologischen Untersuchung wird festgelegt, wohin das fertige Gutachten geschickt wird. Es gibt zwei Wege: nur zu dir nach Hause, oder zusätzlich direkt an die Fahrerlaubnisbehörde. Viele kreuzen an, was ihnen vorgelegt wird, ohne die Frage überhaupt als Entscheidung wahrzunehmen.

MPU Guru rät immer zur Zustellung nur nach Hause. Der Grund hat nichts mit Taktik zu tun. Er hat damit zu tun, dass ein Gutachten über die eigene Person kein Dokument ist, das man nebenbei liest. Wer ein negatives Ergebnis in der Hand hält, braucht zuerst ein Gespräch darüber, was daraus folgt, und nicht das Wissen, dass dasselbe Blatt bereits auf einem Schreibtisch in der Behörde liegt.

Achte dabei auf einen Punkt: Manche Fahrerlaubnisbehörden legen eine Schweigepflichtentbindung bei und lassen sie unterschreiben. Lies genau, was du unterschreibst, und sag am Untersuchungstag noch einmal ausdrücklich, dass das Gutachten nur nach Hause geht.

Ein Zurückhalten ist das ausdrücklich nicht, und niemand sollte es dafür halten. Die Frist der Fahrerlaubnisbehörde läuft unverändert weiter. Wer das geforderte Gutachten nicht vorlegt, bei dem „darf" die Behörde nach § 11 Absatz 8 Satz 1 der Fahrerlaubnis-Verordnung auf Nichteignung schließen. Satz 2 verpflichtet sie, in der Anordnung auf diese Folge hinzuweisen. Die Zustellungsart ändert daran nichts. Sie ändert nur, wer das Ergebnis zuerst liest, und wie viel Zeit du hast, es zu verstehen.

Rechtsstand und Quellen

Rechtsstand: 29.08.2026. Geprüft anhand § 2 Straßenverkehrsgesetz, § 11 Absatz 2, 3 und 8, § 71a, Anlage 5 und Anlage 14 der Fahrerlaubnis-Verordnung sowie den Beurteilungskriterien in der 5. Auflage, Kriterien A 6.1 N, A 6.2 N und PTV 1 bis PTV 7. Die Zahlen stammen aus der Pressemitteilung 10/2025 der Bundesanstalt für Straßenwesen vom 17.12.2025, abgerufen am 29.08.2026.

§ 2 Straßenverkehrsgesetz · § 11 Fahrerlaubnis-Verordnung · § 71a Fahrerlaubnis-Verordnung · Anlage 5 Fahrerlaubnis-Verordnung · Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, BASt · MPU-Statistik der BASt · Beurteilungskriterien, DGVP · Beurteilungskriterien, DGVM

Das Wichtigste in Kürze

  • Die MPU prüft eine Verhaltensprognose, kein Wissen und keine Klugheit

  • Angeordnet wird sie bei Alkohol, Drogen, Medikamenten, Punkten, Straftaten und bei gesundheitlichen Fragestellungen

  • Der Leistungstest verlangt für eine normale Fahrerlaubnis Prozentrang 16, also eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert

  • Eine Intelligenzschwelle existiert, sie liegt bei einem IQ von 70 und wird nur bei Hinweisen im Einzelfall geprüft

  • Der Spottname "Idiotentest" ist Volksmund. Eine belastbare Quelle für seine Entstehung gibt es nicht, wohl aber einen Anlass, der bis heute in der Verordnung steht

  • Laut Bundesanstalt für Straßenwesen erhielten 2024 knapp 57 Prozent ein positives Gutachten, gezählt über alle Begutachtungen einschließlich Wiederholungen

  • Die gesamte Untersuchung dauert nach unserer Beratungserfahrung drei bis fünf Stunden

Wer heute tatsächlich zur MPU muss

AnlassAnteil 2024Rechtsgrundlage
Alkoholrund 43 %§ 13 FeV
Drogen und Medikamenterund 25 %§ 13a, § 14 FeV
Verkehrsauffälligkeiten, Punkte, Straftatenrund 19 %§ 11 Abs. 3 Nr. 4 bis 7 FeV, § 4 StVG
Sonstige Anlässe, darunter die Fahrerlaubnisprüfung, gesundheitliche Fragen, die Fahrgastbeförderung und die Neuerteilung nach wiederholtem Entzugrund 13 %§ 11 Abs. 3 Nr. 1 bis 3, Nr. 8 und Nr. 9 FeV

Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen, Pressemitteilung 10/2025 vom 17.12.2025. Nicht jede Eignungsuntersuchung ist eine MPU. Bei rein gesundheitlichen Fragen kann die Behörde nach § 11 Absatz 2 FeV auch ein ärztliches oder fachärztliches Gutachten anordnen.

Geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist, wer die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllt und nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze verstoßen hat.

§ 2 Abs. 4 Straßenverkehrsgesetz, gesetze-im-internet.de Quelle

Woraus die MPU besteht

Teil der Untersuchung

Was dort geprüft wird

Ärztliche Untersuchung

Körperliche Voraussetzungen, Laborwerte, Anzeichen für Konsum oder Medikamenteneinnahme

Leistungstest am Computer

Belastbarkeit, Orientierung, Konzentration, Aufmerksamkeit, Reaktion

Psychologisches Untersuchungsgespräch

Ob du dein Verhalten erklären kannst und ob deine Veränderung trägt

Dauer Die gesamte Untersuchung dauert nach unserer Beratungserfahrung drei bis fünf Stunden. Auf das psychologische Gespräch entfallen 45 Minuten bis anderthalb Stunden. Eine feste Reihenfolge der Teile gibt es nicht, sie wechselt von Stelle zu Stelle. Nach der Beratungserfahrung von MPU Guru steht das Gespräch meistens am Ende.

Wie der Termin bei dir konkret abläuft, klären wir im Kennenlerngespräch

Welche Leistung tatsächlich gefordert wird

FahrerlaubnisAnforderungWenn du darunter liegst
Gruppe 1 (Auto, Motorrad)Prozentrang 16 in mindestens drei BereichenAusgleich möglich, wenn nur ein einzelner Bereich darunter liegt und du in den übrigen Prozentrang 33 erreichst
Gruppe 2 (C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E, Fahrgastbeförderung)Prozentrang 33 in der Mehrzahl, Prozentrang 16 ausnahmslosAusgleich möglich, wenn nur ein einzelner Bereich darunter liegt, dann mindestens Prozentrang 50 in der Mehrzahl der überprüften Leistungsbereiche
Klassen D, D1, D1E, FahrgastbeförderungProzentrang 33 in der Mehrzahl, Prozentrang 16 ausnahmsloswie Gruppe 2

Ein schwaches Ergebnis ist nicht das Ende. Lässt sich der Befund in der Nachbesprechung auf Störeinflüsse oder eine missverstandene Instruktion zurückführen, kann der Test wiederholt werden. Bestehen danach weiter Zweifel, kommt bei Klienten mit Fahrerfahrung eine standardisierte Fahrverhaltensbeobachtung in Betracht, also eine Fahrprobe. Zwei Bereiche mit sehr schwachen Werten lassen sich dagegen in der Regel nicht mehr ausgleichen.

Die bei Hinweisen im Einzelfall mit psychologischen Testverfahren überprüfte Intelligenz lässt keine intellektuelle Störung erkennen und liegt im Bereich des schlussfolgernden Denkens auf einem Niveau, das einem IQ von mindestens 70 entspricht. Für die Fahrerlaubnis der Klassen D, D1, D1E oder zur Fahrgastbeförderung ist ein IQ von mindestens 85 zu fordern.

(2026): Kriterium A 6.1 N, Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung, Beurteilungskriterien, 5. Auflage, herausgegeben von DGVP und DGVM

Acht Themen, an denen sich das psychologische Gespräch entlanghangelt

Thema

Was der Gutachter dabei sucht

Einstellung und Selbsterkenntnis

Ob du den Fehler einräumst und Verantwortung übernimmst, statt Umstände verantwortlich zu machen

Einordnung des Anlasses

Ob deine Selbsteinschätzung zu den Fakten in der Akte passt. Bei Alkohol und Drogen die Einordnung des Konsums, bei Punkten und Straftaten die Einordnung deines Fahrstils, bei Medikamenten die Einordnung von Einnahme und Dosis

Der Anlass selbst

Ob du Datum, Umstände und Werte konkret benennen kannst. Bei mehreren Delikten jedes einzeln

Verlauf über die Zeit

Wie sich das Muster entwickelt hat. Bei Alkohol und Drogen der Konsumverlauf, bei Punkten und Straftaten die Entwicklung des Fahrverhaltens über die Jahre, bei Medikamenten der Verlauf von Verordnung und Einnahme

Eigene Bewertung

Ob du realistisch einschätzt oder verharmlost

Ursachen

Welche Funktion das Verhalten für dich hatte. Entlastung, Anerkennung, Zeitdruck, Gewohnheit

Veränderungen

Was du konkret geändert hast, nicht was du vorhast. Und ob andere die Veränderung bemerkt haben

Rückfallvorsorge

Welche Situationen riskant sind und was du dann konkret tust

Lesehilfe Diese Achtteilung ist unsere Lesehilfe. Die Beurteilungskriterien ordnen die Anforderungen den Hypothesen zu, nicht acht Gesprächsthemen. Ein Punkt taucht in unserer Beratung besonders oft auf: ob die Veränderung aus innerer Überzeugung kommt oder nur wegen des Führerscheins.

Die Ergebnisse des Berichtsjahrs 2024

ErgebnisAnteil 2024Grundlage
geeignetknapp 57 %Bundesanstalt für Straßenwesen, Pressemitteilung 10/2025
nicht geeignetgut 39 %ebenda
Empfehlung zur Kursteilnahmegut 4 %ebenda
Unterschied zwischen Vorbereiteten und Unvorbereitetennicht erhobenkeine Statistik trennt danach

Gut 4 Prozent erhalten weder ein positives noch ein negatives Ergebnis, sondern die Empfehlung zur Kursteilnahme. Die Zahlen zählen Begutachtungen einschließlich Wiederholungen, nicht Personen und nicht Erstversuche.

Häufige Fragen

Ist die MPU ein Intelligenztest?

Nein. Geprüft wird eine Verhaltensprognose. Eine Intelligenzschwelle existiert zwar, sie liegt bei einem IQ von 70 und wird nur geprüft, wenn es im Einzelfall konkrete Hinweise gibt. Der Durchschnitt liegt bei 100.

Muss ich nur bei Alkohol oder Drogen zur MPU?

Nein. Angeordnet wird sie auch bei wiederholten Verkehrsverstößen, bei Straftaten im Straßenverkehr, beim Missbrauch von Medikamenten und in bestimmten weiteren Konstellationen. Bei rein körperlichen Fragen verlangt die Behörde häufig ein ärztliches Gutachten nach § 11 Absatz 2 FeV statt einer MPU.

Kann ich den Leistungstest üben?

Lerneffekte werden bei einer Wiederholung ausdrücklich berücksichtigt, ein verbessertes Ergebnis zählt nur, wenn es sich nicht allein durch Übungs- oder Vertrautheitseffekte erklären lässt. Wichtiger ist, ausgeschlafen und nicht übermüdet zum Termin zu kommen. Die Beurteilungskriterien verlangen in Kriterium PTV 3 ausdrücklich, dass das vor der Messung sichergestellt wird.

Was passiert, wenn ich den Leistungstest nicht bestehe?

Eine schwache Leistung in einem einzelnen Bereich lässt sich durch bessere Ergebnisse in den übrigen ausgleichen. Lag es an Störeinflüssen oder einer missverstandenen Instruktion, kann wiederholt werden. Bleiben Zweifel, kommt bei Klienten mit Fahrerfahrung eine Fahrverhaltensbeobachtung in Betracht.

Warum fallen so viele durch, obwohl sie ehrlich sind?

Ehrlichkeit ist die Voraussetzung, nicht die Leistung. Der Gutachter erwartet, dass du erklären kannst, warum es passiert ist, was sich seitdem geändert hat und woran du merkst, dass es stabil ist. Wie offen du dabei sein musst, steht im Ratgeber Ehrlich sein ist Pflicht, aber nur der Anfang.

Wie lange dauert die MPU?

Nach unserer Beratungserfahrung drei bis fünf Stunden, davon 45 Minuten bis anderthalb Stunden für das psychologische Gespräch. Eine feste Reihenfolge der Teile gibt es nicht, sie wechselt von Stelle zu Stelle, und das Gespräch steht meistens am Ende.

Es ist kein Test, auf den man sich schlau reden kann

Aber es ist eine Untersuchung, auf die man sich vorbereiten kann. Im kostenlosen Erstgespräch nehmen wir kurz die Eckdaten auf und vereinbaren das Kennenlerngespräch. Dort sagen wir dir ehrlich, wo du stehst und was dein Fall braucht, bevor wir dir irgendetwas versprechen. Beides kostet nichts.