2. Oktober 20268 Min.
E-Scooter, Alkohol und MPU: Ist der Führerschein weg?
E-Scooter mit Alkohol erwischt: Ist der Autoführerschein jetzt weg?
Du bist mit Alkohol auf dem E-Scooter kontrolliert worden und fragst dich, ob jetzt auch dein Autoführerschein weg ist und eine MPU kommt. Ab 1,1 Promille ist der Führerschein in der Regel weg, weil der E-Scooter rechtlich ein Kraftfahrzeug ist, und ab 1,6 Promille verlangt die Führerscheinstelle vor dem neuen Führerschein eine MPU. Die Neuregelung vom August 2026, von der du vielleicht gehört hast, ändert daran nichts. Was sie tatsächlich regelt und was du jetzt sinnvoll tun kannst, steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
Der E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug, auch wenn du für ihn keinen Führerschein brauchst.
Ab 0,5 Promille ist die Fahrt eine Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille eine Straftat. In der Probezeit und unter 21 gilt 0,0. Beim ersten Mal kostet die Ordnungswidrigkeit 500 Euro, 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot.
Nach einer Trunkenheitsfahrt entzieht das Gericht in der Regel den Führerschein für alle Klassen. „Nur ein Roller“ gilt nicht als Ausnahme.
Ab 1,6 Promille kommt vor dem neuen Führerschein sicher eine MPU, unter 1,6 Promille entscheidet der Einzelfall.
Der neue § 3 FeV betrifft nur, ob du den E-Scooter selbst weiter fahren darfst. An deinem Autoführerschein ändert er nichts.
Bei Cannabis gilt auf dem E-Scooter derselbe Grenzwert von 3,5 ng/ml THC wie im Auto.
Der erste Schritt ist keine Prüfung
Im kostenlosen Erstgespräch klopfen wir ein paar Eckdaten ab und vereinbaren den Termin für das Kennenlerngespräch. Wenn dir der Anruf schwerfällt, schreib uns per WhatsApp. Du musst am Telefon nichts erzählen, was du noch nicht erzählen willst.
Was hat sich am 18. August 2026 für E-Scooter-Fahrer geändert?
Für deinen Autoführerschein ändert sich durch die Neuregelung nichts. Seit dem 18. August 2026 regelt § 3 FeV neu, wann die Führerscheinstelle dir das Fahren mit fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen wie Fahrrad oder E-Scooter verbieten darf, und verlangt Rücksicht auf deren regelmäßig geringere Gefährlichkeit.
Nach der amtlichen Begründung soll ein Verbot „ultima ratio sein und insbesondere dann, wenn es sich nicht um Kraftfahrzeuge handelt, nur in wirklich gravierenden Fallgestaltungen zur Anwendung kommen“. Der E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug, die besondere Zurückhaltung meint vor allem das Fahrrad. Für Alkoholfälle verweist die Begründung auf die Wertung der 1,6-Promille-Regel des § 13 FeV.
Mehr in alle Ratgeber zu Recht und Ablauf der MPU.
Der Wortlaut der neuen Rücksichtsregel
„Bei der Entscheidung über die Anordnung nach Absatz 3 Satz 1 oder 2 ein Gutachten beizubringen, sowie bei der Entscheidung, Maßnahmen nach Absatz 1, einschließlich ihrer Art und ihres Umfangs, zu treffen und bei der dabei zu klärenden Frage der Eignung beziehungsweise des Vorliegens von Eignungszweifeln ist auch zu berücksichtigen, dass fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge im Vergleich zu fahrerlaubnispflichtigen Fahrzeugen regelmäßig geringere Gefährlichkeit aufweisen.“
Zwei Verfahren: dein Führerschein und das Fahren mit dem E-Scooter
Nach einer Alkoholfahrt auf dem E-Scooter laufen zwei getrennte Verfahren. 2026 neu gefasst ist nur die Rechtsgrundlage für das Fahren mit dem E-Scooter selbst, für die Begutachtung gelten seit 19.08.2026 neue Begutachtungsleitlinien.
| Frage | Dein Führerschein fürs Auto | Fahren mit dem E-Scooter selbst |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 69 StGB; § 46 Abs. 3 und § 13 FeV | § 3 FeV |
| Rücksicht auf geringere Gefährlichkeit | nein | ja, § 3 Abs. 4 FeV |
| MPU möglich | ja, ab 1,6 Promille zwingend | ja, als Kann-Entscheidung, § 3 Abs. 3 FeV |
| Folge, wenn die Eignung fehlt | Entziehung, keine Neuerteilung | Verbot, Beschränkung oder Auflagen |
Beleg für die Trennung: Nach einer Fahrradfahrt mit 2,35 Promille entzog die Behörde die Fahrerlaubnis und untersagte fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge. Die Untersagung fiel beim Verwaltungsgericht, weil § 3 FeV alter Fassung sie nicht trug. Die Entziehung stellte der BayVGH wieder her (11 BV 23.1631), das BVerwG wies die Beschwerde des Fahrers zurück (3 B 17.24).
Verliere ich den Führerschein, wenn ich betrunken E-Scooter fahre?
Ja, ab 1,1 Promille verlierst du den Führerschein in der Regel für alle Klassen. Ab diesem Wert ist die Fahrt eine Trunkenheitsfahrt und damit eine Straftat. Weil der E-Scooter ein Kraftfahrzeug ist, gilt die Regel aus § 69 StGB: Nach einer Trunkenheitsfahrt ist der Fahrer in der Regel ungeeignet, das Gericht entzieht die Fahrerlaubnis.
Die Hoffnung auf eine Ausnahme beim ersten Verstoß trägt meistens nicht. Nach dem Oberlandesgericht Hamm heben weder fehlende Vorstrafen noch eine leere Straße bei Nacht die Regel auf. Auch eine nur fahrlässige Fahrt ändert daran nichts. Ob ein seltener Ausnahmefall vorliegt, beurteilt ein Anwalt für Verkehrsrecht.
Zwischen 0,5 und 1,1 Promille bleibt es bei einer Ordnungswidrigkeit, solange du das Fahrzeug noch sicher führen konntest. Konntest du das nicht mehr, ist es auch darunter eine Straftat nach § 316 StGB. Mehr dazu, wann Alkohol am Steuer Ordnungswidrigkeit und wann Straftat ist.
E-Scooter und Promille: Was ab welchem Wert gilt
Für E-Scooter gelten dieselben Promillegrenzen wie fürs Auto.
| Wert | Was gilt | Grundlage |
|---|---|---|
| 0,0 Promille | Alkoholverbot in der Probezeit und unter 21 | § 24c StVG |
| ab 0,5 Promille | Ordnungswidrigkeit, Führerschein bleibt | § 24a Abs. 1 StVG |
| unter 1,1 Promille, aber nicht mehr sicher gefahren | auch strafbar | § 316 StGB |
| ab 1,1 Promille | absolute Fahruntüchtigkeit, Straftat, Entziehung in der Regel | § 316 StGB; OLG Hamm, 1 ORs 70/24 |
| ab 1,6 Promille | MPU vor dem neuen Führerschein | § 13 Satz 1 Nr. 2 c FeV |
Bußgeld, Punkte, Fahrverbot und Strafe nach einer E-Scooter-Fahrt
Die Beträge gelten für Fahrlässigkeit. Bei Vorsatz verdoppeln sich Regelsätze über 55 Euro (§ 3 Abs. 4a BKatV). Die Stufe hängt an Voreintragungen wegen Alkohol oder Drogen.
| Verstoß | Folge | Fundstelle |
|---|---|---|
| 0,5 Promille, erstes Mal | 500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot | § 24a Abs. 1 StVG; BKat 241 |
| 0,5 Promille, eine Voreintragung | 1.000 Euro, 2 Punkte, 3 Monate | BKat 241.1 |
| 0,5 Promille, mehrere Voreintragungen | 1.500 Euro, 2 Punkte, 3 Monate | BKat 241.2 |
| THC ab 3,5 ng/ml im Blutserum | 500 / 1.000 / 1.500 Euro, 2 Punkte, 1 / 3 / 3 Monate | § 24a Abs. 1a StVG; BKat 242 |
| THC und Alkohol zusammen | 1.000 / 1.500 / 2.000 Euro, 2 Punkte, 1 / 3 / 3 Monate | § 24a Abs. 2a StVG; BKat 243a |
| Alkohol oder THC in Probezeit oder unter 21 | 250 Euro, 1 Punkt | § 24c StVG; BKat 243b |
| Trunkenheit im Verkehr, ab 1,1 Promille | bis 1 Jahr Haft oder Geldstrafe, auch fahrlässig; 3 Punkte bei Entziehung oder isolierter Sperre, sonst 2 | § 316 StGB; Anlage 13 Nr. 1.8, 2.1.8 |
| Mit Gefährdung anderer | bis 5 Jahre Haft oder Geldstrafe, fahrlässig bis 2 Jahre | § 315c StGB |
| Sperre für den neuen Führerschein | 6 Monate bis 5 Jahre; ohne Führerschein nur die Sperre | § 69a StGB |
| Fahrverbot durch das Strafgericht | 1 bis 6 Monate | § 44 StGB |
| E-Scooter auf dem Gehweg | heute 15 Euro, ab 01.03.2027 25 Euro, keine Punkte | BKat 238; BGBl. 2026 I Nr. 32 |
Was das OLG Hamm zum E-Scooter entschieden hat
„Der Mindestwert für die unwiderlegliche Annahme von absoluter Fahruntüchtigkeit liegt für Führer von Elektrokleinstfahrzeugen in diesem Sinne bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 ‰.“
„[…] Die Benutzung eines sog. E-Scooters durch einen alkoholbedingt fahruntüchtigen Fahrer widerlegt für sich genommen nicht die Ungeeignetheit im Sinne des § 69 StGB.“
Wann kommt nach einer E-Scooter-Fahrt die MPU?
Ab 1,6 Promille kommt die MPU sicher, unter 1,6 Promille hängt sie vom Einzelfall ab. Die 1,6-Promille-Regel spricht von „ein Fahrzeug“ und unterscheidet nicht nach der Fahrzeugart.
Unter 1,6 Promille braucht die Behörde weitere Tatsachen, die auf Alkoholmissbrauch deuten. Beispiel ist das VG Ansbach, Beschluss vom 30.05.2023, AN 10 E 23.186: E-Scooter-Fahrt mit 1,34 Promille, kaum Ausfallerscheinungen. Das Gericht hielt die MPU-Anordnung für rechtmäßig. Ein Eilbeschluss erster Instanz, aber er zeigt: Unter 1,6 heißt nicht sicher keine MPU. Auch zwei Alkoholverstöße ab 0,5 Promille lösen die MPU aus.
Hast du den Führerschein noch, setzt die Behörde eine Frist, nach unserer Erfahrung meist 4 bis 8 Wochen. Ist er entzogen, kommt die MPU mit dem Antrag auf Neuerteilung, ohne Führerschein beim ersten Antrag. Mehr zur Vorbereitung auf die MPU wegen Alkohol.
Die 1,6-Promille-Grenze im Wortlaut
„Zur Vorbereitung von Entscheidungen über die Erteilung oder Verlängerung der Fahrerlaubnis oder über die Anordnung von Beschränkungen oder Auflagen ordnet die Fahrerlaubnisbehörde an, dass […] 2. ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen ist, wenn […] c) ein Fahrzeug im Straßenverkehr bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr oder einer Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr geführt wurde“
1,6 Promille und kein Schwanken: warum das kein gutes Zeichen ist
Bist du mit hohem Promillewert sicher E-Scooter gefahren, prüft der Gutachter, ob dahinter Alkoholgewöhnung steht. Die Begutachtungsleitlinien 2026 nehmen eine ausgeprägte Toleranz an, wenn Werte ab 1,6 Promille erreicht werden, „auch außerhalb des Straßenverkehrs“.
Unter 1,6 Promille reicht der Wert allein dafür nicht. Im E-Scooter-Fall mit 1,34 Promille stützte sich das VG Ansbach auf weitere Tatsachen, vor allem fast fehlende Ausfallerscheinungen im ärztlichen Bericht. Daraus folgerte es, einem Alkoholgewöhnten stehe „die körperliche Befindlichkeit als Maßstab der aktuellen Alkoholisierung nicht mehr zur Verfügung“.
Die Beurteilungskriterien kennen dazu einen Kontraindikator: Der Klient sieht trotz einer Blutalkoholkonzentration über 1,1 Promille keine alkoholbedingten Einschränkungen seiner Fahrfertigkeiten. Im Gespräch zählt deshalb, ob du heute erkennst, wie stark dich der Alkohol an dem Abend beeinträchtigt hat. Das lässt sich in der Vorbereitung aufarbeiten. In den Fällen, die wir begleiten, ist der Polizeibericht mit Torkelbogen und ärztlicher Einschätzung dafür Pflichtdokument.
Was der Gutachter nach einer E-Scooter-Fahrt wissen will
Nach einer E-Scooter-Fahrt prüft der Gutachter dieselbe Frage wie nach einer Autofahrt: ob zu erwarten ist, dass du wieder ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss führst. Die Fragestellung legt die Führerscheinstelle fest.
Für fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge kennen die Beurteilungskriterien einen Sonderfall. Der Gutachter ordnet dein Trinkmuster ein und prüft, ob die Fahrt Zweifel weckt, dass du Alkohol und Kraftfahrzeug trennen kannst. Fragt die Behörde auch nach dem E-Scooter selbst, kommt eine gesonderte Risikoabwägung dazu.
Wer nach der Feier das Auto stehen gelassen hat, hatte den richtigen Impuls. Der Gutachter will aber hören, dass du verstanden hast, warum der Scooter trotzdem keine Lösung war: Er ist selbst ein Kraftfahrzeug, „Scooter statt Auto“ trägt deshalb nicht als Trennstrategie.
Unser Kernfragenbogen für das Gespräch führt vom Hergang über die Entwicklung deines Konsums bis zu Ursachen und Strategien. Deine Trinkmengenangabe sollte zum gemessenen Wert passen. In der Prüfungssimulation spielen wir das Gespräch realitätsnah durch.
„Ich bin ja nicht Auto gefahren“
Konstruiertes Beispiel.
Die Frage des Gutachters:
„Warum sind Sie an diesem Abend mit dem E-Scooter gefahren?“
Ich wollte nicht betrunken Auto fahren und habe mir eingeredet, der Roller zählt nicht richtig. Ich habe mich sicher gefühlt, und genau dieses Gefühl war das Problem. Heute steht vor so einem Abend fest, wie ich zurückkomme, und das ist kein Fahrzeug, das ich selbst lenke.
Ich bin ja nicht Auto gefahren. Das war ein Roller mit 20 km/h, da kann kaum etwas passieren.
Der Klient benennt seinen Denkfehler und erkennt sein Körpergefühl als Täuschung, seine Regel greift vor dem ersten Glas.
Die Antwort verharmlost Fahrzeug und Tat, eine Trennstrategie fehlt.
Cannabis auf dem E-Scooter: Was gilt für den Führerschein?
Für Cannabis auf dem E-Scooter gilt derselbe THC-Grenzwert wie im Auto: 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum. Ab diesem Wert ist die Fahrt eine Ordnungswidrigkeit, mit Alkohol zusammen wird sie teurer. In der Probezeit und unter 21 ist THC am Lenker ganz verboten.
Für den Führerschein prüft die Führerscheinstelle, ob du Konsum und Fahren trennst. Eine zweite Fahrt unter Cannabiseinfluss löst nach § 13a FeV die MPU aus, auch wenn eine davon im Auto war. Reine Probezeitverstöße zählen dabei nicht.
Mehr zu THC-Grenzwert und MPU bei Cannabis und zur Vorbereitung auf die MPU wegen Drogen und Cannabis.
E-Scooter oder Fahrrad: Wo der Unterschied liegt
| Frage | Fahrrad | E-Scooter |
|---|---|---|
| Kraftfahrzeug | nein | ja, § 1 Abs. 1 eKFV |
| 0,5-Promille-Grenze, § 24a StVG | gilt nicht | gilt |
| Alkoholverbot Probezeit und unter 21, § 24c StVG | gilt nicht | gilt |
| absolute Fahruntüchtigkeit, Rechtsprechung | ab 1,6 Promille | ab 1,1 Promille |
| Entziehung durch das Strafgericht, § 69 StGB | nein | in der Regel ja |
| MPU ab 1,6 Promille, § 13 FeV | ja | ja |
Nach der E-Scooter-Fahrt: vier Schritte, bevor die Behörde schreibt
Die Zeit vor dem Brief der Führerscheinstelle ist wertvoll, weil die Vorbereitung Zeit braucht. Vier Schritte, die Monate sparen können:
- Anwalt und Vorbereitung parallel starten. Ob Bußgeld oder Strafverfahren, steht in deinem Schreiben. Das Verfahren führt ein Anwalt für Verkehrsrecht, wir begleiten parallel dazu bis zur MPU.
- Polizeibericht und Akte sichten. Im Strafverfahren geht das über den Verteidiger, nach einer Anordnung beantragst du Akteneinsicht sofort.
- Nachweis früh klären. Zum Urinprogramm melden wir erst an, wenn der Nachweiszeitraum steht. Mit dem Nachweis anfangen empfehlen wir frühestens rund vier Wochen nach dem letzten Konsum, vorher testest du dich privat zu Hause. Eine Haaranalyse belegt rückwirkend, die Beurteilungskriterien empfehlen dafür je nach früherem Konsum ein Sicherheitsfenster von zwei bis drei Monaten (Kapitel C.3.3). Deshalb lohnt das frühe Gespräch auch vor dem Brief. Die Dauer legt nicht die Führerscheinstelle fest, üblich sind 6, 12 oder 15 Monate. Mehr dazu, welche Abstinenznachweise die Begutachtungsstelle anerkennt.
- Antrag richtig takten. Läuft eine Sperre, nimmt die Behörde den Antrag frühestens sechs Monate vor ihrem Ende an. Nach unserer Erfahrung sollten zwischen Tat und Begutachtung mindestens sechs Monate liegen.
Nach unserer Erfahrung mit rund 400 begleiteten Klienten in zwölf Monaten bestanden rund 9 Prozent den ersten Versuch nicht, rund 7 Prozentpunkte davon waren zu früh angetreten. Das Gutachten lassen wir auf unsere Empfehlung nur an dich zustellen, dein Arbeitgeber erfährt von der MPU nichts.
E-Scooter, Alkohol und Führerschein: häufige Fragen
Ist mein Autoführerschein weg, wenn ich betrunken E-Scooter gefahren bin?
Ab 1,1 Promille in der Regel ja, für alle Klassen. Zwischen 0,5 und 1,1 Promille bleibt er, solange du noch sicher fahren konntest. Dann drohen Bußgeld, Punkte und Fahrverbot.
Muss ich nach einer E-Scooter-Fahrt mit Alkohol zur MPU?
Ab 1,6 Promille ja, unter 1,6 Promille bei weiteren Hinweisen auf Missbrauch oder nach einem zweiten Verstoß ab 0,5 Promille.
Darf ich nach der Entziehung weiter E-Scooter fahren?
Ja, solange die Führerscheinstelle nichts anderes sagt und kein Gericht ein Fahrverbot ausgesprochen hat, das auch den E-Scooter erfasst. Unter Alkohol- oder Cannabiseinfluss bleibt auch der E-Scooter stehen.
Ich habe gar keinen Führerschein. Kann mir trotzdem eine MPU drohen?
Ja, auch ohne Führerschein droht sie. Das Gericht kann eine Sperre verhängen, und ab 1,6 Promille kommt die MPU, sobald du den Führerschein beantragst.
Gilt in der Probezeit auch auf dem E-Scooter 0,0 Promille?
Ja, in der Probezeit und unter 21 auch auf dem E-Scooter. Ein Verstoß kostet 250 Euro und einen Punkt, auf Probe kommen Aufbauseminar und zwei Jahre längere Probezeit dazu.
Ist die E-Scooter-MPU seit 2026 milder?
Nein, die E-Scooter-MPU ist nicht milder. Die Neuregelung des § 3 FeV betrifft nur das Verbot, den E-Scooter selbst zu fahren. Beim Führerschein prüft der Gutachter dieselbe Frage wie nach einer Autofahrt.
Reicht es, dem Gutachter zu sagen, dass ich nur E-Scooter gefahren bin?
Nein, dieser Hinweis allein wirkt wie Verharmlosung. Der Gutachter will wissen, warum du betrunken gefahren bist und wie du es künftig verhinderst.
Gilt der THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml auch auf dem E-Scooter?
Ja, weil der E-Scooter ein Kraftfahrzeug ist.
Rechtsstand und Quellen
Rechtsstand: 01.10.2026. § 3 FeV nach BGBl. 2026 I Nr. 236, in Kraft seit 18.08.2026. Begutachtungsleitlinien, Kapitel 3.13, gültig seit 19.08.2026.
Normen: § 3 FeV, § 13 FeV, § 1 eKFV, § 2a, § 24a und § 24c StVG, § 13a FeV, § 44, § 69, § 69a, § 315c und § 316 StGB, BKatV mit Bußgeldkatalog, Anlage 13 FeV. Begründung: BR-Drs. 318/26, S. 42.
Rechtsprechung: OLG Hamm, Urteil vom 08.01.2025, 1 ORs 70/24. BVerwG, Beschluss vom 02.08.2024, 3 B 17.24. BayVGH, Urteil vom 24.04.2024, 11 BV 23.1631. BayVGH, Urteil vom 17.04.2023, 11 BV 22.1234. VG Ansbach, Beschluss vom 30.05.2023, AN 10 E 23.186.
Gräcmann, N., & Knoche, A. (Bearb.) (2026). Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (Stand 19.08.2026; Heft M 115). Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen. https://doi.org/10.60850/bericht-m115
Brenner-Hartmann, J., Fastenmeier, W., & Graw, M. (Hrsg.) (2026). Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung: Beurteilungskriterien. 5. überarbeitete und erweiterte Auflage. Bonn: Kirschbaum Verlag. ISBN 978-3-7812-2162-8.
Nach der E-Scooter-Fahrt: Wir ordnen deinen Fall mit dir ein
Auch E-Scooter-Fahrten landen bei uns, und wir helfen weiter. Ob schon ein Brief da ist oder nicht, im kostenlosen Kennenlerngespräch ordnen wir ein, wie lang dein Nachweis sein sollte. Für die Zukunft gilt bei uns eine einfache Regel: Nach Alkohol oder Cannabis bleibt jedes Fahrzeug stehen, auch der Roller. Ruf an oder schreib uns per WhatsApp.